Dienen, mit allen Konsequenzen

Gemeinsam schritten MdL Harald Schwartz, Kommandeur Matthias Kampf, Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Roland Strehl (von links) die Ehrenformation ab. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
13.02.2015
0
0

Sie wollen ihrem Land dienen - mit allen Konsequenzen: Das machte Oberstleutnant Matthias Kampf, der Kommandeur des Logistikbataillons 472, gestern bei der Vereidigung neuer Rekruten deutlich. Die geschah nicht hinter verschlossenen Kasernentoren, sondern mitten in Kümmersbruck.

"Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen, und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe": Das versprachen 19 Rekruten der 5. Kompanie des Logistikbataillons 472 aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie taten dies bei einem Appell auf dem Festplatz Am Wäldchen vor Vertretern von Militär, Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen der Gesellschaft, insbesondere aber vor ihren mit nach Kümmersbruck gekommenen Eltern und Angehörigen. Diesen Eid schwört in unveränderter Form seit 60 Jahren jeder Rekrut der Bundeswehr.

Härten und Verzicht

"Hier vor Ihnen stehen junge Männer und Frauen, die dienen wollen und dies mit einem Eid bekräftigen - dienen mit allen Konsequenzen. Sie sind bereit, hierfür Härten zu ertragen und Verzicht zu üben", machte Kommandeur Matthias Kampf die Bedeutung dieses feierlichen Zeremoniells bewusst. Es fand in Anwesenheit von rund 400 erfahrenen Kameraden, der Ehrenformation des Bataillons und ganz bewusst in aller Öffentlichkeit statt: Ein Zeichen enger Verbundenheit mit der Garnison Kümmersbruck.

Solche Gelöbnisse seien auch ein Teil der Tradition in der Bundeswehr, betonte Kampf. Und sie seien immer noch der Höhepunkt für die jungen Männer und Frauen zum Ende ihrer Grundausbildung. In der Gelöbnisaufstellung waren neben den Rekruten auch die anderen Kompanien des Bataillons, der Ehrenzug mit der Truppenfahne und das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim angetreten.

Bürgermeister Roland Strehl erinnerte an die mannigfachen Verbindungen der Gemeinde mit der Schweppermannkaserne, seit ihrem Bau in den 50er-Jahren, und zu den Soldaten. Wie in Kümmersbruck sei die Bundeswehr grundsätzlich ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft, unterstrich der Gemeindechef. Die Vertrauensperson der Rekruten, Flieger Yaradouno, bilanzierte die sechswöchige Grundausbildung als Freiwilliger als eine Zeit, in der "jeder von uns individuelle Erfahrungen gesammelt hat". Ordnung, Disziplin und Kameradschaft hätten sie dabei gelernt.

Landrat Richard Reisinger begrüßte die Rekruten und die angetretene Formation in einer "liebenswerten Region", würdigte ihre Entscheidung zum Dienst in der Bundeswehr. Und er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie, wenn sie die Schweppermannkaserne dereinst wieder verlassen, von dieser Zeit mehr in Erinnerung behalten mögen als die AS-Autokennzeichen.

Berührende Formel

Dass die Gelöbnisformel im Grunde jeden berühren müsse, daran erinnerte Landtagsabgeordneter Harald Schwartz. Er unterstrich auch die verantwortungsvolle Aufgabe der Bundeswehr - gerade heute. Höhepunkt war dann das Gelöbnis der Rekruten vor der Truppenfahne, begleitet vom Fahnentruppmarsch.

Eine Abordnung von sechs jungen Soldaten legte zum Trommelwirbel die linke Hand auf den gesenkten Fahnenschaft und sprach die von Matthias Kampf zitierte Eidesformel nach. Dieses Treuebekenntnis besiegelten Kommandeur und Bürgermeister dann noch per Handschlag. Danach verbrachten alle den Nachmittag bei einer Feierstunde in der Mehrzweckhalle.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.