Eine Straße wird Zentrum

Lokales
Kümmersbruck
06.11.2015
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Eins und eins macht zwei. Für Kümmersbruck geht diese Rechnung doppelt auf: Die Gemeinde will aus dem Dorfplatz und dem Kirchengelände eine "neue Mitte" machen. Dafür haben vor geraumer Zeit bereits zwei Planungsbüros Konzepte entwickelt - die sie nun gemeinsam voranbringen sollen.

Die beiden Planungen hatten bereits vor etwa sechs Jahren einen Wettbewerb gewonnen, wurden aber dann nicht weiterverfolgt. Das soll sich ändern - auch, weil die Gemeinde inzwischen am Dorfplatz zwei Grundstücke gekauft und dort ein Haus abgerissen hat. Weil man dadurch einen größeren Bereich überarbeiten kann, besteht nun die Aussicht auf Städtebauförderung und damit auf neue Möglichkeiten für die Umgestaltung.

Nur tapezieren reicht nicht

"Neue Mitte" hieß der Arbeitstitel, unter dem die beiden Architekten - Christine Meyer (Büro Röth) und Josef Garnharter (G+2S) - ihre nochmals überarbeiteten Ideen jetzt dem Gemeinderat vorstellten. Um Details ging es dabei noch nicht, sondern um eine Grundsatzentscheidung - auch, um zunächst einmal die Förderung beantragen zu können.

"Im Wettbewerb hatte ich schon das Gefühl, dass es zu wenig ist, nur die Straße neu zu tapezieren", meinte Josef Garnharter: Durch den Grundstückskauf habe man jetzt "mehr Möglichkeiten", ein "für Kümmersbruck sehr attraktives Projekt" umzusetzen. Die Regierung habe bereits Zustimmung signalisiert. Der Planer sieht nun "mehr Platz für Verkehrsberuhigung" in einem Gebiet mit "viel Asphalt und vielen Stolperkanten: Auf einer Straße, wo schnell gefahren wird, muss sich mehr Raum entwickeln, damit daraus ein Dorfplatz werden kann." Als dessen Mittelpunkt will Garnharter die bestehende "schön Kastanie inszenieren".

Neues Wohnen und Café

Trafo und Bushaltestelle könnten die Straßenseite wechseln und dort durch Infotafeln, einen Brunnen und Sitzgelegenheiten ergänzt werden. Wichtig für die Gestaltung als Platz sei es, hier gegenüber noch einen "kräftigen Baukörper" hin zu bekommen: "Das könnte eine attraktive Wohnsituation ergeben." Der Experte denkt dabei an ein Miteinander von Mehrgenerationen-Wohnen, kleinem Café und Dienstleistern. Wichtig ist Garnharter, "aus dem neuen Zentrum heraus" auch eine Blickbeziehung zur nahe gelegenen Kirche zu schaffen - die hier optisch bislang eher eine Randnotiz ist. Künftig wäre wohl auch ein direkter Fußweg vom Platz hinauf zum Gotteshaus möglich. Unverzichtbar sind und bleiben die Parkplätze in diesem Bereich. Ebenso wie der Krumbach, der ins Konzept mit einbezogen werden kann.
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