Erstmal nur gucken

Der Boden im neuen Aktivbecken ist höhenverstellbar: Das erläuterte Architekt Heinrich Benker (Zweiter von rechts) im Beisein von (von links) Bäder-Sachbearbeiterin Sarah Heuberger, Fachangestelltem Jens Lottes, Schwimmeistergehilfe Michael Nicklas und Bauamtsleiter Werner Bauriedl. Bild: Huber
Lokales
Kümmersbruck
27.08.2015
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In die Becken hinein darf noch niemand. Erst müssen abschließende Proben gemacht werden, damit die Chemie stimmt. Aber übers Wasser Kugeln ist erlaubt - und Schauen ausdrücklich erwünscht: Das neue Kümmersbrucker Aktivbad (KA2) präsentiert sich am Samstag, 29. August, bei einem Tag der offenen Tür.

Damit will die Gemeinde Lust machen auf die neue Freizeiteinrichtung, bevor diese am Dienstag, 8. September, ganz offiziell in Betrieb geht. Seit April vergangenen Jahres hatten hier die Handwerker das Sagen: "Das Bad war wirklich schwerst sanierungsbedürftig", blickte Bürgermeister Roland Strehl bei einem Pressetermin im Vorfeld des Aktionstags zurück. Wie gravierend die Schäden tatsächlich waren, habe sich aber erst gezeigt, als man mit den Arbeiten begonnen habe.

Der Weg in die Zukunft

Ursprünglich hatte der Gemeinderat nur die Sanierung beschlossen - und zwar einstimmig. "Damit bewegen wir uns in einer Spur, die andere Gemeinden nicht gegangen sind", betonte Strehl angesichts vieler Bäder-Schließungen andernorts. Mit schwerwiegenden Folgen: "Die Zahl der Kinder, die in der Grundschule noch nicht schwimmen können, steigt beängstigend." Nach der Kommunalwahl habe die neue CSU-Mehrheit dann noch die Erweiterung um ein zweites Becken "dazugeschaltet, um unser Bad zukunftsfähig zu machen". Das sei nur möglich, wenn man neue Kooperationspartner mit einem zusätzlichen Kurs- und Veranstaltungsprogramm ins Boot hole - dafür sei der Ausbau nötig gewesen.

Angesichts der Meinungsverschiedenheiten zwischen SPD und CSU bei diesem Thema erinnerte Strehl an die Dreifachturnhalle, um deren Standort es in Kümmersbruck einst auch "große politische Diskussionen" gegeben habe. "Das war ein Riesenaufreger - jetzt sind alle stolz darauf." Er hofft, dass es beim neuen Bad ähnlich sein wird. Strehl jedenfalls geht "davon aus, dass es unser gemeinsames Bad ist - egal, wer nun dafür war oder nicht".

"Prickelnder Bauauftrag"

Kümmersbruck ist nicht Berlin: Das KA2 ist termingerecht, vor dem Schulbeginn im September, fertig geworden. Und dabei auch im Kostenrahmen (6,3 Millionen Euro) geblieben. Ein schwieriger Spagat, der bei öffentlichen Projekten selten gelinge, würdigten Strehl und Bauamtsleiter Werner Bauriedl die Arbeit des Architekten-Duos Heinrich Benker und Markus Maier. Benker selbst sprach von einem "prickelnden und spannenden Bauauftrag": Zur anfangs reinen Sanierung seien im Lauf der Zeit eine Erweiterung und am Ende die komplette Umgestaltung der Außenanlagen gekommen - und das immer in einer "Grätsche zwischen Freizeit- und Schwimmbad".

Abgesehen davon, dass ihn der Elektroprojektant "fast zur Verzweiflung gebracht" habe (wodurch man nun aber ein "ganz tolles Lichtkonzept" samt Beschallung habe), sei allerdings ausgerechnet das Farbkonzept eine besondere Herausforderung gewesen, "weil jeder etwas anderes wollte", scherzte Benker mit einem Blick hinter die Kulissen: "Der Malermeister im Farbausschuss war der einzige, der sich ein freundliches Mausgrau gewünscht hat."
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