Flüchtlinge kommen so oder so

Europaabgeordneter Ismail Ertug ging bei der Mitgliederversammlung der SPD auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik ein. Bild: hfz
Lokales
Kümmersbruck
30.10.2015
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Ein hochaktuelles Thema sprach Europaabgeordneter Ismail Ertug bei der Kümmersbrucker SPD an: Er bezog Stellung zur Flüchtlingskrise.

Voll besetzt war der Saal der Sportgaststätte Tröster bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Haselmühl-Kümmersbruck. Gastredner Ismail Ertug verwies darauf, dass es zum Thema Flüchtlinge in Deutschland drei Lager gebe: Die einen lehnten Flüchtlinge ab, die anderen seien aufgeschlossen und die dritten seien die, die aus Unsicherheit nichts wissen.

Asyl ist kein Gnadenrecht

Das Asylrecht sei ein Grund-, kein Gnadenrecht, machte der Abgeordnete klar. Aus diesem Grund müsse man das Thema ohne Panik angehen. Hochgerechnet seien in Europa im Jahr 2014 rund 700 000 Asylsuchende eingereist - das entspreche 1,4 Menschen pro 1000 Einwohner. Das Asylrecht müsse dort eingefordert werden, wo die Flüchtlinge erstmals auf EU-Grund kommen. Die Menschen, die zu kommen, sollten laut Ertug je nach Einwohnerzahl in den verschiedenen Orten verteilt werden. Im Auge behalten sollte man dabei, dass Einheimische, die mit oder gar unter Mindestlohn angestellt sind, Konkurrenz befürchteten. Von den Flüchtlingen, die zu uns kommen, haben nach Ertugs Worten rund ein Fünftel eine Berufsausbildung und zwölf Prozent ein Studium. Diese Menschen wüssten also, was es heißt, zu arbeiten und zu lernen. Ertug betonte dies vor dem Hintergrund, dass oft behauptet werde, dass sich 90 Prozent der Asylsuchenden in die Sozialsysteme einnisten.

Legale Routen schaffen

Ertug sprach sich dafür aus, die Neuankömmlinge innerhalb und außerhalb der Europäischen Union zu verteilen. Wer Schlepperstrukturen zerstören wolle, müsse legale Flüchtlingsrouten anbieten: Die Menschen kämen so oder so, egal, ob illegal oder legal.

Bei der SPD-Versammlung wurden auch die Delegierten zur Kreis- und Unterbezirkskonferenz gewählt. Diese sind Richard Gaßner, Herbert Breitkopf, Wolfgang Roggenhofer, Markus Bayer, Hans Hartinger, Franz Kölbl, Veronika Frenzel, Lisa Hartinger und Karin Lay.
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