Frauen wollen mehr mitreden

Lokales
Kümmersbruck
08.10.2015
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Alle Altersklassen waren beim Startschuss der Kümmersbrucker Initiative "Frauen für Politik begeistern" vertreten. Das Ziel: Mehr Frauen sollen in der Kommunalpolitik mitmischen und somit das eigene Lebensumfeld gestalten.

Auf Einladung von 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm (CSU) und mit Unterstützung der Vorsitzenden der Frauen-Union, Renate Amrhein, der Jungen Unions-Vorsitzenden Patricia Bernreuther sowie der stellvertretenden CSU-Ortsvorsitzenden Irene Wetter trafen sich die Frauen zum ersten Mal, um sich über die Kommunalpolitik auszutauschen. Sie wollen langfristig mehr Frauen für Politik motivieren.

Schlechte Quote

Eingangs legte Singer-Grimm die Fakten dar: 51 Prozent der wahlberechtigen Bevölkerung sind demnach Frauen. Leider sind sie ihrer Meinung nach in den Entscheidungsgremien immer noch unterrepräsentiert. "Während Bundesregierung und Bundestag noch eine stolze Frauenquote von 37,5 Prozent, beziehungsweise 36,5 Prozent aufweisen können, schaut es auf den untergeordneten Ebenen schon schlechter aus. 28,3 Prozent im Bayerischen Landtag, 15 Prozent im Kreistag Amberg-Sulzbach, dafür aber 29,2 Prozent Mitglieder im Kümmersbrucker Gemeinderat sind Frauen."

Singer-Grimm betont, dass das politische Engagement von Frauen schon lange nicht mehr aufs Kuchenbacken und Salate-Zubereiten oder auf Ehrenämter wie das der Schriftführerin reduziert werden könne.

"Politik braucht den Sachverstand von Frauen", forderte Renate Amrhein. Irene Wetter bedauerte, dass weibliche Erfahrungen, Sicht- und Ausdrucksweisen immer noch zu wenig wahrgenommen werden. Frauen würden in der Politik andere Prioritäten setzen. Oft fehle bei der Gestaltung des unmittelbaren Lebensumfeldes die weibliche Handschrift, darüber waren sich alle Anwesenden einig. "Um aber einen effektiven Einfluss auf politische Themensetzungen und Entscheidungsprozesse ermöglichen zu können, muss der Frauenanteil definitiv eine höhere Verteilung aufweisen", formulierte Patricia Bernreuther ihre Forderung. Doch die Lage sei nicht hoffnungslos, meinten die Frauen. Laut einer Umfrage des Allensbacher Instituts zeigen sich zwar nur 39 Prozent der Frauen, aber 59 Prozent der Männer an Politik interessiert, allerdings in erster Linie an Politik in ihrer institutionalisierten Form, wie der Mitgliedschaft einer Partei. Im unkonventionellen Bereich, also Demonstrationen, Bürgerinitiativen, Unterschriftenaktionen, würden die Geschlechterdifferenzen deutlich geringer ausfallen.

Familie und Beruf

Als Gründe für die Unterrepräsentation nannten die Kümmersbrucker Frauen in erster Linie die Doppelbelastung Familie und Beruf, die viel Zeit in Anspruch nehme. Auch fehlen den Frauen oft die Netzwerke und Seilschaften, hieß es. Hier könnten sie noch viel von ihren männlichen Kollegen lernen. Den Bürgerinnen müsse außerdem noch deutlicher bewusst werden, dass sie bei ihrer Stimmabgabe einen wesentlichen Einfluss haben. "Frauen, wählt Frauen", so lautetet der Appell der Versammlungsteilnehmer.

Aufgrund der positiven Resonanz will die Initiative "Frauen für Politik begeistern" regelmäßige Gesprächsrunden im Gemeindebereich anbieten. Allgemeine Informationen über die Kommunalpolitik, ergänzt um aktuelle Themen und Fragestellungen sowie der direkte Kontakt zu Bürgermeisterin und den Gemeinderätinnen, sollen hierbei im Vordergrund stehen. Nächster Termin ist Freitag, 8. Januar, um 19 Uhr im CSU-Fraktionszimmer im Gemeindehaus in Kümmersbruck (Schillerstr. 3, unterhalb des Rathauses, neben dem Martin-Schalling-Haus).
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