Freiwillige warten auf Auftrag

Wenn Soldaten des Logistikbataillons 472 in den Ebola-Krisengebieten zum Einsatz kommen, dann nicht an vorderster Front. Die Kameraden aus der Schweppermann-Kaserne sollen beim Transport der Hilfsgüter und beim Aufbau und der Versorgung der Krankenstation helfen. Archivbild: Steinbacher
Lokales
Kümmersbruck
27.10.2014
0
0

In der Schweppermann-Kaserne gibt es mehr Freiwillige für den Ebola-Einsatz als gebraucht werden. Derzeit bereitet sich nur ein Soldat konkret auf eine solche Mission vor. 15 hatten sich gemeldet.

Seit vier Wochen laufen die Vorbereitungen für den Bundeswehr-Einsatz im westafrikanischen Epidemie-Gebiet - auch in Kümmersbruck. Auf einen Aufruf von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatten sich 15 Freiwillige des Logistikbataillons 472 gemeldet (wir berichteten).

Mediziner sind gefragt

"Derzeit ist ein Soldat für den Ebola-Einsatz vorgesehen", teilte Presseoffizier Gerhard Ullrich auf Nachfrage mit. "Die Ausbildung wird derzeit vorbereitet und geplant. Ob es zu einem Einsatz kommen wird und wann steht offen." Die Bundeswehr sei seit 17. Oktober mit den Hilfsorganisationen bei der Erkundung vor Ort, erklärte Ullrich. Schwerpunktmäßig würden Sanitäter und Ärzte benötigt. Der eine Soldat aus der Schweppermann-Kaserne, der bisher eingeplant ist, sei Logistiker. Er könne beim Transport und bei der Organisation im Hintergrund wertvolle Dienste leisten. Bei Bedarf könne das Bataillon weitere Kräfte bereit stellen. Ullrich: "Nach wie vor gibt es bei uns Soldaten, die Interesse haben. Wir warten jedoch weitere Weisungen zu diesem Einsatz ab." Die Hilfsaktion in den Ebola-Krisengebieten ist zwar bereits angelaufen, tritt aber erst Anfang bis Mitte November in die heiße Phase.

Bis jetzt hat die Bundeswehr mit zwei Transportmaschinen und zehn Flügen insgesamt 36 Tonnen an Nahrungsmitteln und medizinischem Versorgungsmaterial nach Westafrika gebracht. Täglich finden weitere Flüge statt. Mitte November soll die Bundeswehr mit einem Team von 40 Soldaten in Monrovia ein Behandlungszentrum mit 100 Betten errichten, dessen deutsches Personal alle vier Wochen ausgetauscht werden soll. Für den Ansteckungsfall und die Weiterbehandlung in Deutschland stünden 20 Lufttransportmodule bereit, die in Medevac-Spezialflugzeugen Verwendung finden könnten. Laut Streitkräftebasis in Bonn hatten sich seit dem Aufruf am 22. September rund 3400 Soldaten freiwillig gemeldet.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.