Ganztagsschule entwickelt Kreativität und Berufschancen
Theorie und Praxis mit Mode verknüpft

Marina Graf (Dritte von rechts) gewährte den Schülern nicht nur Einblicke in ihre Arbeit, sie ließ die Siebtklässler natürlich auch ausprobieren, wie es zum Beispiel ist, mit einer Nähmaschine zu arbeiten. Bild: pop
Lokales
Kümmersbruck
30.12.2014
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Mit Einführung der Ganztagsschule ist in der Bildungslandschaft Bayerns viel in Bewegung gekommen. Die gebundenen Ganztagsschulen erfordern neue Organisationsformen, denn "ganztags" heißt nicht, dass hier vormittags und nachmittags rund um die Uhr nur unterrichtet wird. Es gibt viele weitere Angebote - eine Aufgabe, der sich die Mittelschule Kümmersbruck seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue mit Erfolg stellt.

Neben dem Lernen und Arbeiten im "klassischen" Sinn eröffnen sich in den Ganztagsklassen zusätzliche Erfahrungsräume, die sich laut Schule besonders für die Vermittlung von Alltagskompetenzen eignen und so wertvolle Grunderfahrungen für die Kinder ermöglichen.

Talente kennenlernen

So könnten eigenverantwortliches Handeln, das Ausbilden von Sozialkompetenzen und das Herausfinden von Talenten die Entwicklung der Schüler positiv beeinflussen. Dieser Raum, frei von Leistungs- und Notendruck, solle den Jungen und Mädchen Anregungen bieten, unter anderem ihre Kreativität zu entdecken und zu entwickeln. Neben Sport oder Aktivitäten im Umweltbereich achtet die Mittelschule Kümmersbruck nach eigener Auskunft darauf, dass genau das in ihren Ganztagsklassen nicht zu kurz kommt.

Marina Graf gibt Einblick

Darüber hinaus mache sich die Einrichtung für die rechtzeitige und fundierte Berufsorientierung stark. Vor allem, wenn sich hier die Möglichkeit biete, Kurse mit kreativem Gestalten mit dem Hineinschnuppern in ein Berufsfeld zu verbinden, dann versuche man stets, diese Maßnahme realisieren.

So könnten die Schüler ihre Fertigkeiten, Fähigkeiten und Interessen gut austesten. Etwas in den Hintergrund der Wahrnehmung getreten sind in den vergangenen Jahren Berufe der Textilverarbeitung. Gerade dieses Feld ist aber sehr facettenreich. Es umfasst die Berufe der Damen- oder Herrenschneider, Modedesigner und -schneider, spezialisierter Lederschneider oder Pelzverarbeiter, auch Kürschner genannt.

Diese Perspektiven mit kreativen Arbeiten zu verknüpfen, ist ein aktuelles Projekt zweier Ganztagsklassen der Mittelschule. Dafür wurde Marina Graf aus Schmidmühlen gewonnen, die selbst das Schneiderhandwerk in einer dreijährigen Ausbildung von der Pike auf gelernt hat und seit rund zehn Jahren als Selbstständige im Mode- und Gardinen-Design tätig ist. Das Interesse der Schüler an diesen Kursen ist laut Schule sehr groß, so dass sie umgehend ausgebucht waren. Neben der Einweisung in die Unfallgefahren und das Kennenlernen der Nähmaschine (Funktionen und Einstellungen sowie Einfädeln und Aufspulen) konnten die Schüler gleich die Theorie und Praxis beim Berechnen des Stoffverbrauchs verknüpfen.

Hausschuhe selber genäht

Der Kurs war ganz auf die Jahreszeit und den Advent ausgerichtet. So standen für die 7. Klasse (G7) das Nähen von Hausschuhen aus Kuschel-Vlies, Schminktaschen mit Reißverschluss, Nikolausstiefeln oder auch Schlüsselanhängern mit aufgesetzten Bändern, Weihnachtsbäumen aus Stoff, auf einem Holzstab mit Bändern verziert, auf dem Stundenplan.
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