Gemeinderat ist jetzt femininer

Zum Jahresabschluss ehrte die Frauenunion zusammen mit Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl ihre langjährigen Mitglieder. Das Bild zeigt (von links) Karola Hirsch, Sieglinde Glaser, Monika Paintner, Roland Strehl, Birgit Birner, Gabriele Strehl und Birgit Singer-Grimm. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
30.12.2014
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Ob beruflich, in der Wirtschaft, Gesellschaft oder in der Politik: Frauen sollen den Platz einnehmen, der ihnen zusteht. Das fordert die stellvertretende Kreis-chefin der Frauen-Union, Birgit Birner aus Hirschau, und rannte damit beim Jahresabschluss in Kümmersbruck offene Türen ein.

Denn hier bekleidet mit Birgit Singer-Grimm seit der Kommunalwahl im März eine Frau die zweithöchste Position in der Gemeinde. Sie steht als 2. Bürgermeisterin an der Seite von Roland Strehl, der sich als CSU-Vertreter gegen den SPD-Kandidaten durchgesetzt und damit den Machtwechsel an der Rathausspitze geschafft hatte.

"Neue Diskussionskultur"

"Frauen für Frauen" - so versteht sich die Frauen-Union nach den Worten ihrer Vorsitzenden Monika Paintner, die sich über den guten Besuch des Jahresabschluss-Abends freute. Neben ihr waren auch die Gemeinderätinnen Karola Hirsch, Renate Amrhein und Birgit Singer-Grimm gekommen. Letztere betonte, dass die Arbeit im Gremium nicht zuletzt durch den erfolgreichen Einzug der CSU-Vertreterinnen etwas "femininer" geworden ist.

In gewisser Weise gebe es dadurch auch eine "neue und andere Diskussionskultur", bestätigte Bürgermeister Roland Strehl, der dafür einige Beispiel nannte und den Damen namentlich dankte. Nach seinen Worten wurde im fast abgelaufenen Jahr "Phänomenales" in der zweitgrößten Kommune des Landkreises geleistet. Strehl blickte zurück auf den "Wahlkampf, der an die Substanz ging" und berichtete von seinen ersten Monaten als Bürgermeister - eine Position, in die er sich mittlerweile eingearbeitet habe und die ihm "Spaß macht". Vor allem, weil man in Kümmersbruck "etwas bewegen kann".

Ziel ein Bürgerentscheid

Freilich habe die CSU "eine Gemeinde übernommen, in der alles da war" - Strehl richtete hier einen Dank an die Vorgänger. Aber diesen Weg des Erfolgs gelte es eben weiterzugehen, was feste Absicht des Bürgermeisters ist. Als Beispiel nannte er für die ältere Generation das Seniorenmosaik, das zusammen mit dem Hirschwaldnetzwerk auf "breite Füße" gestellt werden soll. "Dazu sollte man aber auch danach stehen, wenn man vorher zweimal dafür war", kritisierte er einen Gemeinderat der Opposition, der jetzt seine Meinung geändert haben soll.

Strehl ging auch auf das "Riesenthema Hallenbad" und insgesamt ein "gutes Feedback" dazu ein. Zum betreuten Wohnen meinte er: "Bauherr kann nur ein Träger bzw. Investor sein, nicht die Gemeinde." Aber auch diese Aufgabe werde zu lösen sein. Eine weitere große Entscheidung stehe 2015 in Sachen geplante Westumgehung an: Rund fünf Millionen Euro habe die Gemeinde dafür zu schultern. Deshalb würde über diese Frage ein Bürgerentscheid angestrebt - freilich müssten 25 Prozent der Wahlberechtigten zur Abstimmung gehen.

Lob für gemeinsame Arbeit

Dank sagte der Bürgermeister der Vorsitzenden Monika Paintner, aber auch den Mitgliedern der Frauen-Union "für ihre gemeinsame und bedeutsame Arbeit" - was gleichzeitig passende Worte für die Ehrung verdienter Unions-Frauen waren (siehe Kasten "Bis zu 35 Jahre ...").
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