Hauptausschuss gewährt Zuschuss für neue Obstpresse der Haselmühler Gartler
Nach langer Debatte doch ein Ja

Lokales
Kümmersbruck
07.03.2015
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Tonnenweise wird Jahr für Jahr im Haus des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Haselmühl an der Köferinger Straße Obst verwertet. Seit 45 Jahren tut die dortige Presse ihren Dienst. Doch inzwischen arbeitet sie zu langsam, braucht zu viel Strom und bringt nicht mehr die optimale Leistung. Damit wurde sie zum Thema im Hauptausschuss.

Ein Ziel: Weniger Verbrauch

Josef Schindlbeck, der OGV-Vorsitzende, hat vor, die Obstpresse "aus alters- und energetischen Gründen zu erneuern". Sie soll ersetzt werden durch eine neue Maschine mit Waschanlage, um den Wasserverbrauch und - durch die höhere Mahlleistung - den Stromverbrauch zu reduzieren. Im Gebäude und am Boden werden zudem verschiedene Baumaßnahmen fällig. Die Arbeitsleistungen wollen die Mitglieder selbst erbringen, so dass nur Materialkosten veranschlagt sind. Bei der Gemeinde hat der Verein nun um einen Zuschuss für den Umbau gebeten. Die Kosten dafür beziffert Schindlbeck mit rund 17 500 Euro. Der Hauptausschuss beschloss dazu einstimmig einen Zuschuss von 15 Prozent. Ganz ohne Grundsatzdiskussion ging das aber nicht.

Bürgermeister Roland Strehl machte deutlich, dass die Gemeinde prinzipiell bei Investitionen in Gebäude Zuschüsse gewähre - oder dann, wenn es der Gesetzgeber verlange: "Beides ist hier nicht der Fall." SPD-Sprecher Manfred Moser wies darauf hin, dass der OGV in der Verwertungsstelle Einnahmen erziele. Er erinnerte aber auch daran, "dass wir schon Rasenmäher für Vereine bezuschusst haben - sogar mit 40 Prozent". Strehl sieht die Arbeit des OGV "als Dienst an der Allgemeinheit". Gleichwohl betrete man hier Neuland und sollte von einer "Einzelfallentscheidung" ausgehen. "Generell schon beteiligen", war die Ansicht von CSU-Sprecher Markus Graf, man könne darin ja auch eine "energetische Maßnahme" sehen. Josef Vogl (CSU) sprach sich ebenfalls für einen Zuschuss aus. Er fügte aber hinzu, es wäre wohl auch angebracht, sich die Finanzen antragstellender Vereine offenlegen zu lassen und die Frage zu stellen, "warum sie das nicht aus eigener Tasche zahlen".

Auch eine Anerkennung

Josef Flierl (SPD) vertrat den Standpunkt, dass der OGV mit seiner Arbeit auch ein "Stück Landschaftspflege betreibt": "Das ist ein bedeutender Faktor innerhalb der Gemeinde." Ihm sei das einen Zuschuss von 15 Prozent auf jeden Fall wert. 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm (CSU) sieht in der Finanzhilfe auch "ein Stück Anerkennung für den OGV", der sich ganzjährig für die Gemeinde einbringe. Schließlich sprach sich auch Alois Schwanzl (CSU) für die Beteiligung aus. Bei dem harten Job in der Obstverwertung sei schließlich nicht viel zu verdienen.
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