Kaum ein Tag vergeht,
Flucht hat immer einen Grund

Victoria Rasoulkhani (links) war auf Einladung der Lehrerinnen Gabi Grüner-Kreilinger und Claudia Neidl (Bildmitte) in die Kümmersbrucker Mittelschule gekommen. Dort erfuhren die Jugendlichen, was sie selbst unternehmen können, um Flüchtlingen in der neuen Heimat helfen zu können. Möglichkeiten gebe es viele. Bild: pop
Lokales
Kümmersbruck
15.06.2015
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an dem nicht von dramatischen Rettungsaktionen oder gar von Katastrophen mit vielen toten Flüchtlingen berichtet wird. Gabi Grüner-Kraillinger und Claudia Neidl wollen deswegen nicht einfach zur Tagesordnung übergeben. Sprich zum normalen Stundenplan.

(pop) Europa, vor allem Deutschland und Bayern, sehen sich mit der Aufnahme von tausenden Flüchtlingen und deren Integration mit einer großen Aufgabe und Herausforderung konfrontiert. Dieser Prozess wird von Extremen begleitet: brennende Asylbewerberheime auf der einen und eine Welle der Hilfsbereitschaft seitens der breiten Öffentlichkeit auf der anderen Seite. Objektivität und Information sind die besten Säulen, um diese große Aufgabe bewältigen zu können.

Dieses Anliegen war für zwei Lehrerinnen der Mittelschule, Gabi Grüner-Kraillinger und Claudia Neidl, Anlass, einmal mit Victoria Rasoulkhani eine Expertin in die Schule zu holen, um wichtige Informationen zu erhalten und Handlungsfelder aufgezeigt zu bekommen. Rasoulkhani, Diplom-Betriebswirtin und 39 Jahre alt, hat persische Wurzeln, lebt aber bereits seit 35 Jahren in Deutschland, engagiert sich in der Flüchtlingsbetreuung und konnte so authentisch über das Thema reden.

Die Wahl-Aschacherin informierte anschaulich über die verschiedenen Fluchtursachen: Krieg, politische Verfolgung und wirtschaftliche Probleme. Kein Mensch verlasse ohne Grund sein Heimatland, noch dazu mit Fluchtrouten über das Meer, bei denen niemand weiß, ob er sein Ziel lebend erreichen wird. Diese Ursachen könne der einzelne Bürger sicher nicht beseitigen. Hier seien die Politik, Kirchen und große gesellschaftliche Organisationen gefragt. Aber: "Man kann vor Ort helfen."

Victoria Rasoulkhani zeigte viele Möglichkeiten des bürgerlichen Engagements auf, wie man auch schon als Jugendlicher Flüchtlinge bei ihrer schwierigen Lebensbewältigung unterstützen kann. Und gerade diese Hilfen seien für den Einzelnen wichtig, denn sie kämen direkt an.

So könne man bei Behördengängen tätig sein, kulturelle Begebenheiten erklären, beim Erlernen der Sprache unterstützen oder bei der Wohnungssuche helfen. Victoria Rasoulkhani zeigte eine breite Palette von Unterstützungsmöglichkeiten auf, die von Schülern und Lehrern bewusst wahrgenommen wurden.
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