Kirmes in der neuen Heimat

Jedes Jahr treffen sich die ehemaligen Leisnitzer zu ihrer Kirmes in Kümmersbruck. Vorne links sitzt Organisatorin Lucie Krumschmidt. Bilder: e (2)
Lokales
Kümmersbruck
07.10.2014
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Sie mussten 1945 ihre Heimat verlassen. Doch vergessen haben sie Oberschlesien nie. Jetzt feierten die Leisnitzer in Kümmersbruck wieder ihre Kirmes.

Die Leisnitzer Kirmes führt sie seit 1987 regelmäßig zusammen, mittlerweile schon in der zweiten und dritten Generation. Aber auch immer noch viele, die 1945 auf den über 700 Kilometer langen Treck gehen mussten.

Kinder waren sie damals, viele blieben in Kümmersbruck "hängen". Dass sie dabei sind bei der Leisnitzer Kirmes, das ist Ehrensache. Aber nach Kümmersbruck zieht es zur Kirmes auch jene, die eine weitere Anreise haben: Rudi Schwarzer mit seiner Frau Loni aus Gummersbach, Wolfgang und Anita Janik aus Nürnberg, Pfarrer Franz Behrla aus St. Englmar, Georg Weiß aus Schwabach oder Hildegard Felgenhauer aus München zum Beispiel. Freilich, einen konnte Lucie Krumschmidt, die Organisatorin, nicht mehr unter ihnen willkommen heißen: Günther Rapp war Urheber und sozusagen die Antriebswelle des Leisnitzer Heimattreffens, er ist kürzlich verstorben.

Anna Lehr (94 Jahre), Marta Krause (89) und Erika Püschel (88 Jahre) waren am Sonntag die ältesten bei der Leisnitzer Kirmes. Da gibt es nicht nur Erinnerungen wachzuhalten und aufzufrischen, da gibt es auch unverhoffte Wiedersehen, wie Hildegard Felgenhauer erzählte.

Die weiß noch genau, dass sie am 16. März 1945 mit einem Flüchtlingstreck aufbrechen musste. Bei einem Leisnitzer Treffen in Kümmersbruck traf sie zufällig die jetzt 88-jährige Erika Püschel wieder, die bis 1940 in Leisnitz ihre Kindergärtnerin gewesen war, 40 Jahre haben sie sich nicht mehr gesehen.

"Noch vier Schulkameraden aus der Heimat sind unter den Besuchern der Kirmes", freute sich Hildegard Felgenhauer, die eigens zur Kirmes nach Kümmersbruck kommt.
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