Kreativ und sehr geistreich

Elena Neubauer und Roland Nitzbon präsentierten die Musik der Barockzeit in ihrer ganzen Bandbreite. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
18.03.2015
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Die Musik des Barock gehört nicht unbedingt zu den "Quotenhits" der klassischen Musik. Ein paar Interessierte fanden trotzdem den Weg zum Konzert des Duos NN.

Die lateinische Redewendung "NN" steht nicht nur für namenlos, sie lässt sich auch für Elena Neubauer und Roland Nitzbon, zwei trotz ihres jungen Alters schon außergewöhnlich kreative und geistreiche Künstler, einsetzen. Das Duo NN gastierte jetzt bei Kunst, Kultur, Kümmersbruck im ehemaligen Martin-Schalling-Haus mit einem durchaus ambitionierten Programm - grob gesagt deckten sie die musische Ära zwischen 1000 und 1750 ab, etwa bis zum Tode von Johann Sebastian Bach.

Mit "Musik aus der Barockzeit" war der Abend überschrieben, Elena Neubauer und Roland Nitzbon haben sich mit Leidenschaft, voller Energie und Begeisterung diesem Metier gewidmet, ein kleiner Einblick sollte es sein in die Barockzeit, in die Kulturepoche der Renaissance, in der nur rund 20 Prozent der Menschen lesen und schreiben konnten - nichts für den Alltag sozusagen. Elena Neubauer bewies sowohl stimmlich sowie an der Querflöte hohes Können, Roland Nitzbon konnte am Klavier seine Fertigkeiten zeigen. Geboten wurde ein anspruchs- und geschmackvolles, gut zweistündiges Programm, das durch die Moderation zwischen den Programmpunkten viel Wissen über Musik und Künstler vermittelte und so zum besseren Verständnis so mancher Lieder beitrug.

Das um 1000 komponierte "Ut Queant Laxis", wenn man so will, die erste Tonleiter, war der Einstieg. Bei "Cantabile" von Antonio Vivaldi konnte Elena Neubauer die Querflöte zum optimalen Einsatz bringen, das relativ unbekannte Lied "Ergetzung im Creutz" von Christian Knorr von Rosenroth, seinerzeit Kanzleirat in Sulzbach, wird der Pestzeit zugeschrieben. Das Praeludium in D-Dur von Johann Sebastian Bach ist im Gegensatz berühmt.

Große Fertigkeiten

Ihre großen gesanglichen und instrumentalen Fertigkeiten konnten die beiden Protagonisten in der Liedersammlung von Johann Ernst Bach erneut beweisen. Werke von Georg Friedrich Telemann, das Praeludium in C Dur von Bach und schließlich als Finale "Einem Bach, der fließt" von Christoph Willibald Gluck, rundeten dieses besondere Konzert ab.

Insgesamt: Ein starker Auftritt des Duos Neubauer/Nitzbon zum Auftakt von Kunst, Kultur, Kümmersbruck, deren Macher es bereits für Juni mit klassischer Musik gebucht haben. Diesmal, zum Einstieg, hielt sich aber der Besuch der Veranstaltung in engen Grenzen, der Zuhörerkreis war klein aber fein. Offenbar bestehe gegenüber diesem Genre doch eine gewisse Schwellenangst, wie ein Zuhörer meinte.

Elena Neubauer, Jahrgang 1991, hat bis Juli 2013 an der Hochschule für Musik in Würzburg, Hauptfach Elementare Musikpädagogik, Zusatzfach klassischer Gesang studiert, sie ist Diplommusiklehrerin und seit 2013 auch selbstständige Musiklehrerin im Landkreis Amberg-Sulzbach. Sie unterrichtet Gesang, Klavier, Querflöte sowie Blockflöte und leitet eine musikalische Früherziehungs- und eine Instrumental-Gruppe.

Der Kümmersbrucker Rudolf Nitzbon ist freischaffender Kirchenmusiker. Die klassische Musik, die hat ihn in seinen Bann gezogen.
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