Kritik an Überlegungen, auf Filetgrundstück Eigentumswohnungen zu errichten
SPD hatte andere Senioren-Pläne

Lokales
Kümmersbruck
17.02.2015
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Die Benennung neuer Straßen in Kümmersbruck beschäftigt die SPD nach wie vor - ganz aktuell wieder in einer Vorstandssitzung. Hans Hartinger berichtete, schon mehrmals wegen der Straßennamen im Baugebiet Bachweg angesprochen worden zu sein.

Ohne die Bedeutung Wolfgang Keuchls als Künstler schmälern zu wollen, sagte er "Wenn man schon zwei Ehrenbürger der Gemeinde dort mit Straßennamen ehren will, dann ist es unverständlich, dass die dritte Straße den Namen eines Künstlers tragen soll, der zwar in Kümmersbruck geboren und aufgewachsen ist, aber als Erwachsener wenig mit seinem Geburtsort verbunden war." Es gebe schließlich noch einen dritten Ehrenbürger, nämlich Michael Kohl, der lange Jahre Bürgermeister von Gärmersdorf war, merkte Hartinger dazu an.

Eine gewisse Verärgerung gab es in der Runde wegen der Bebauung des von der Gemeinde gekauften Grundstücks neben dem Rathaus (AZ berichtete). Das Areal habe die Gemeinde unter Regie des damaligen Bürgermeisters Richard Gaßner (SPD) gekauft. Allerdings nicht, um eine Nutzung "Richtung Eigentumserwerb" zu ermöglichen, wie Bürgermeister Roland Strehl im Bericht zitiert wurde.

Angedacht war damals laut SPD vielmehr der Bau altersgerechter Wohnungen, die zu einem akzeptablen Preis an Senioren vermietet werden sollten. Das Grundstück hätte die Gemeinde dem Bauträger kostenlos zur Verfügung gestellt. Pflege- und Dienstleistungen hätten die Senioren dann bei Bedarf dazubuchen können.

Scheinbar sei aber jetzt geplant, die Appartements als Eigentumswohnungen zu verkaufen. Damit könne man nicht sicherstellen, dass sie nur von Senioren genutzt werden. Spätestens nach der Vererbung könnten sie gewinnbringend verkauft oder frei vermietet werden. "Dafür haben wir nicht das Geld der Steuerzahler ausgegeben", betonte Hans Hartinger.

Fraktionsvorsitzender Manfred Moser erinnerte an die Vorarbeit des SPD geführten Gemeinderats: "Für die Erstellung eines schlüssigen Konzepts hatte der alte Gemeinderat im Haushalt für 2014 einen Posten von 50 000 Euro vorgesehen. Dieser ist im jetzigen Haushaltsentwurf auf null gestellt. Das sollte die Bevölkerung wissen. Die Million, die für das Projekt altersgerechte Wohnungen vorgesehen war, fließt in das zweite Becken des Hallenbads. Auch das zeigt der Haushalt, der demnächst zur Abstimmung vorliegt."

Der Bedarf nach altersgerechten Wohnungen sei jedoch da, sagte Hartinger, da immer mehr alte Menschen froh und bereit sind, ihren Lebensabend in gewohnter Umgebung ohne die Belastung von großem Haus und Garten zu verbringen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wohnungen auch bezahlbar sind.
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