Kultur - und keiner geht hin

Lokales
Kümmersbruck
04.12.2015
1
0

Nur 18 verkaufte Karten beim Konzert der Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen, schwacher Besuch bei Comedian Olivier Sanrey: Das hat die Organisatoren von Kunst, Kultur, Kümmersbruck in den Grundfesten erschüttert.

Die Arbeitsgemeinschaft organisiert für die Gemeinde Kümmersbruck regelmäßig ein Kultur-Programm - komplett von Ehrenamtlichen zusammengestellt und betreut, vom Kassieren bis zur Verpflegung. Das neue Angebot steht immer schon fest, wenn das alte Jahr noch nicht zu Ende ist: Der Ablauf 2016 für bereits festgezurrt.

Dachorganisation fehlt

Jeden November ist ein Wochenende einem kompakten Programm vorbehalten. Doch das hat zumindest heuer kaum jemanden interessiert, blickt man auf die enttäuschenden Besucherzahlen. Monika Rambach, Motor und Sprecherin der Organisation, hat das jetzt bei der Gemeinderatssitzung moniert.

Sie beklagte, dass es in der Gemeinde faktisch keine übergeordnete Organisation mehr gibt, wie früher die OVV (Organisation der Vereine und Verbände). Diese habe zumindest verhindert, dass sich bedeutende Veranstaltungen überschneiden: "Es läuft da nicht rund", stellte Rambach fest.

Sie fragte: Muss es sein, dass zeitgleich zum Kulturprogramm und nur wenige Meter daneben ein Candlelight-Schwimmen läuft? Obwohl das Veranstaltungswochenende von Kunst, Kultur, Kümmersbruck praktisch bereits ein Jahr vorher feststehe, mangele es an Koordination. Sauer aufgestoßen ist Monika Rambach aber auch, dass diesmal fast alle Gemeinderäte durch Abwesenheit glänzten. Mehr Frust als Lust also im Ehrenamt: Das habe zumindest bei Ursula Fuchs, einer ihrer wichtigen Mitstreiterinnen, dazu geführt, dass sie aufgegeben hat.

Besucherzahl frustrierend

Monika Rambach erbat von der Gemeinde selbst mehr Unterstützung bei der Vorbereitung, Organisation, Korrespondenz und Ausarbeitung von Verträgen. "Ich kann ihren Frust verstehen", entgegnete Bürgermeister Roland Strehl und fügte hinzu: "Die Besucherzahlen waren nicht erfreulich, das war frustrierend."

Gemeinde keine Agentur

"Die Organisation der Vereine und Verbände (OVV) war heuer nicht vertreten", sagte Strehl. Alois Schwanzl formulierte es deutlicher: "Mit der OVV läuft gar nichts mehr." Diese war schon 1968 ins Leben gerufen worden, weil man einen Dachverband brauchte, um Überschneidungen im gesellschaftlichen Bereich zu vermeiden.

Nun will Strehl genau eruieren, was daraus geworden ist - um die Institution womöglich wieder zu neuem Leben zu erwecken. Abgesehen davon will der Bürgermeister sich "die Unterstützung und Form aus dem Rathaus überlegen". Allerdings schränkte er auch gleich ein: "Wir sind keine Künstleragentur."
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2015 (2649)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.