Kulturtage: Gelungener Start mit Comedian Olivier Sanrey
Mit Cäsar ins KA 2

Requisiten und Bühnenbild braucht er nicht. Dafür zeigte Comedian Olivier Sanrey in Kümmersbruck vollen Körpereinsatz. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
16.11.2015
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Belgien - das ist "wie Holland ohne Kiffen" oder "wie Bauchspeicheldrüse: Man hat schon mal davon gehört, aber weiß nichts Genaues": So thematisiert Olivier Sanrey seine Heimat - aber auch seine Kindheit , sich selbst, sein Umfeld. Zum Auftakt der Kümmersbrucker Kulturtage nahm er am Freitagabend sein Publikum mit auf eine Comedyreise außerhalb des Politikalltags.

Olivier Sanrey ist der einzige belgische Comedian in Deutschland. In Kümmersbruck präsentierte er sich genial, witzig, selbstironisch, mit ausgefeilter Gestik und Mimik. Der junge Mann - just an seinem 34. Geburtstag - brauchte dazu nicht viele Requisiten: Eine überdimensionale Brille und ein Mikrofon reichten, um sich selbst und seine Umwelt auf die Schippe zu nehmen. Freilich niemals unter der Gürtellinie - der Wahl-Münchener ist eben ein Vollprofi.

Er erzählte "über mein 30-jähriges Leben in Bayern als Ausländer" und redete nicht über Politik. Das tat auch einmal gut in diesen heiklen Tagen: "Die Zuschauer lesen Zeitung, hören Radio und haben Fernsehen, da müssen sie nicht da auch noch mit Politik belästigt werden", sagte Sanrey. Und das kam an. Sein Programm "Alles garstig" basiert auf seiner Kindheit. In seinen Sketchen beschäftigte er sich nicht nur mit seiner Herkunft, sondern auch mit sozialen und wissenschaftlichen Themen: Warum sind Eltern Junkies?

Er habe als Kind Grimms Märchen gelesen ("Seitdem schlafe ich nicht mehr so gut"), die sein Leben verändert hätten. Sanrey präsentierte Nikolaus beim Bewerbungsgespräch, Cäsar als Straßenarbeiter und Shakespeare im Fast-Food Restaurant. Er berichtete von nötigen Defibrillatoren in der Münchener U-Bahn ("Weil die Preise so teuer sind"), gewährte aber auch Einblick in seine Aktivitäten im Fitnessstudio, und in die "meiner Frau Sarah".

Scharfsinnig, schlagkräftig fesselte er das Publikum, das er vom Start weg auf seine Seite brachte. Kein Wunder: Das Hallenbad KA 2 ("Der Name ist für die Werbung nicht einfach") gleich nebenan war ihm ein paar Bonmots wert. Er war vorbereitet auf seinen Gastspielort. Und auf sein Publikum: Das ließ er komplett aufstehen und sich vorstellen - alle zugleich. Seinen eigenen Namen definierte Sanrey so: San wie Heilig, Rey wie König. Dieser Auftakt zu den Kümmersbrucker Kulturtagen war ein Volltreffer in Sachen Comedy.
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