Nach der Qual die Zusage

Die Feuerwehrmädchen aus Theuern trugen Bürgermeister Roland Strehl die Schirmherrschaft an. Bilder: e (2)
Lokales
Kümmersbruck
23.04.2015
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Die Haselmühler Feuerwehr weiß wie das ist, wenn man auf Kantholz niederknien muss. Sie war ja Ende März selbst davon betroffen beim Patenbitten in Kümmersbruck. Deshalb übte sie Nachsicht und hatte volles Verständnis für die jetzt in Haselmühl auf hartem Holz knieenden Kameraden aus Theuern.

Diesmal war die Theuerner Wehr dran, für ihr 125-jähriges Bestehen die Haselmühler als Paten zu erbitten. Das flehentliche Gesuch ließ die dortigen Vorsitzenden Bernhard Hackl und Matthias Thau nicht unbeeindruckt.

Sie kämen, wohlgemerkt mit großem uniformierten und zivilen musikalischen Gefolge, zur FFW Haselmühl "in höchster Not" trugen die Theuerner Festleiter Markus Götz, die Vorsitzenden Richard Schwarz und Philipp Rosenmeier vor vielen Augenzeugen vor: "Schon lange Zeit wissen wir's, erst heut haben wir den Mut, euch zu sagen, wo uns der Schuh drücken tut", bekannten sie demütig. "Wir wollen in diesem Jahr unser Gründungsfest halten, dazu braucht man natürlich, wie könnt es anders sein, schon seit jeher einen Patenverein" Das wissen auch die Haselmühler, die zeigten sich aufgeschlossen und ließen den Wunsch "drum bitten wir euch Haselmühler Feuerwehr, macht uns den Paten, das würde uns freuen sehr" nicht ungehört. Freilich: Götz, Schwarz und Rosenmeier wiesen auf den Gemüts- und Gesundheitszustand hin: "Zerknirscht knien wir vor euch im Staub, und Fragen euch mit Verlaub, erhöret unsere Bitten, wir haben schon genug gelitten, denn unsere Knie, o Weh, o Graus, die halten' s nimmer aus." Aber da haben sie sich getäuscht, die Haselmühler ließen sie noch zappeln.

Erst galt es, durch den Löschschlauch einen Ballon aufzublasen, es war eine Höchstanstrengung für das Lungenvolumen. Matthias Thau hatte ein Einsehen, den Ballon ließ er schließlich von Hand platzen. Die arg strapazierten Theuerner wussten, wie man dem innigen Wunsch nach Patenschaftsübernahme am besten Nachdruck verleihen kann: "Drum bringen wir euch kühles Nass, und zwar ein ganzes Fass", sagte die Theuerner Delegation zum süffigen Bier, das gleich probiert wurde.

Durchbruch mit Bier

Das war der Durchbruch! Fortan war's sozusagen beschlossen, unterschrieben und aktenkundig: Die FFW Haselmühl wird zum 125. Gründungsjubiläum der Wehr Theuern im Juli die Patenschaft übernehmen - mit allen Rechten und Pflichten. Haselmühls Vorsitzender Bernhard Hackl hat's öffentlich verkündet: "An Paten mach ma, des ist für uns a große Ehr, mir kumma auf euer Fest mit der ganzen Wehr, mir wünschen euch a guade Hand und an guaten Zammastand". Versehen mit einem guten Rat: "Tragts die Fahna stolz in eurer Hand durch unser schönes Bayernland". Die Theuerner beherzigten den Rat in der Gewissheit, ein zünftiges Gründungsfest halten zu können. Und sie versprachen, am vorhergehenden Gründungsfest der Haselmühler ebenfalls zahlreich teilzunehmen.

Beschirmte Damen

Was jetzt noch fehlte, war ein Schirmherr. Da traten die uniformierten Damen der Theuerner Wehr in den Vordergrund: "Lieber Roland Strehl, uns Feuerwehrlerinnen ist aufgefallen, dass wir zwar alle an Schirm fürs Ferstl hom, aber koan Schirmherrn". Und sie waren sich sicher: "Niemand wäre besser geeignet als du, darum bitten wir dich um deine Schirmherrschaft für unserer Fest".

Dermaßen massiv und charmant eingeladen, blieb für das Gemeindeoberhaupt nichts anderes übrig, als ja zu sagen? Und das tat er gerne, wie er sagte - dann gab's ein Prosit der Gemütlichkeit.
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