Nackte Leiche gibt Rätsel auf

Das eingedrückte Dach und die demolierte Frontscheibe des Audi S 3 ließen erahnen, wie schwer der Aufprall des 74-Jährigen gewesen sein muss. Bild: gf
Lokales
Kümmersbruck
06.12.2014
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Die Polizei sprach von einer "möglichen Verzweiflungstat", konnte aber zunächst noch keine Hintergründe mitteilen. Vor allem ein Umstand gibt Rätsel auf: Der 74-Jährige, der am Freitagabend auf der Vilstalstraße bei einem Verkehrsunfall starb, lag fast nackt auf der Fahrbahn.

Das tragische Geschehen ereignete sich um 17.55 Uhr auf der Staatsstraße 2165 bei Theuern kurz hinter der Abzweigung nach Ebermannsdorf in Fahrtrichtung Amberg. Ein 20-Jähriger aus dem Vilstal erfasste den 74-Jährigen frontal mit seinem Audi S 3. Der Rentner wurde über das Auto geschleudert und zog sich dabei erhebliche Verletzungen zu. Unter anderem wurden Gliedmaßen abgetrennt. Er dürfte sofort gestorben sein.

Mit dem Auto unterwegs

Der Pkw des Getöteten stand etwa 200 Meter hinter der Unfallstelle in einer Parkplatz-Einfahrt in Fahrtrichtung Süden. Zuerst hatte es geheißen, der 74-Jährige aus dem südlichen Vilstal habe sich entkleidet, während er auf die Straße lief und sei dann fast splitternackt vor dem Audi aufgetaucht. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes soll der Mann nur noch seine Socken angehabt haben. Einzelne Kleidungsstücke, die Schuhe, die Geldbörse und der Autoschlüssel des 74-Jährigen, die weniger als zehn Meter vom Unfallort entfernt auf der Straße lagen, schienen diese Angaben zu unterstützen.

Am späteren Abend teilte Polizeisprecher Peter Krämer dann mit, nach den ersten Ermittlungen und gefundenen Spuren liege es auch im Bereich des Möglichen, "dass der 74-Jährige ganz normal bekleidet war und ihm durch den Unfall und die dadurch wirkenden extremen Kräfte die Kleidungsstücke vom Körper gerissen wurden".

Der Leichnam des 74-Jährigen wäre beinahe noch von einem Pkw überrollt worden, der etwa 100 Meter hinter dem Audi folgte. Der Fahrer konnte den Wagen aber gerade noch rechtzeitig zum Stillstand bringen.

0,0 Promille

Der 20-Jährige im Audi erlitt einen Schock und musste von Helfern des Roten Kreuzes ins Amberger Klinikum gebracht werden. Ein Alkotest ergab bei ihm 0,0 Promille. Trotzdem ordnete die Staatsanwaltschaft, wie bei schweren Unfällen üblich, eine Blutentnahme an. Sie beauftragte zudem einen Gutachter, das Unfallgeschehen genauer zu untersuchen.

Die Vilstalstraße war deshalb mehrere Stunden gesperrt. Die Feuerwehren aus Kümmersbruck und Haselmühl leiteten den Verkehr um und leuchteten die Unfallstelle aus.
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