Neue Brücke allein reicht nicht

Lokales
Kümmersbruck
30.04.2015
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Die Gemeinde hat keine Wahl, Hochwasserschutz ist gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb kommt auf Theuern eine Millionenprojekt zu.

Die bestehende Brücke über die Vils in Theuern gilt als ein markantes Bauwerk, ist aber in die Jahre gekommen und wird deshalb abgerissen. Ein paar Meter vilsabwärts entsteht in der Verantwortung der Gemeinde für rund 1,3 Millionen Euro ein Ersatzbau, der im nächsten Jahr befahrbar sein soll. Das gibt die derzeitige Beschlusslage des Gemeinderates her, nicht aber die Details des Hochwasserschutzes rund um das neue Bauwerk. 2018 soll diese Maßnahme fertig sein.

Momentane Kalkulationen gehen davon aus, dass dieses flankierende, aber unverzichtbare Maßnahmenpaket mehr Zeit und Geld kosten wird als der eigentliche Brückenbau. Dazu referierten am Dienstag vor dem Gemeinderat vom Wasserwirtschaftsamt Behördenleiter Mathias Rosenmüller sowie der Fachbereichsleiter Wasserbau Andreas Ettl. Das beauftragte Münchner Planungsbüro EDR war mit Knut Kramer und Markus Ihm vertreten.

Ausgangspunkt ihrer Ausführungen war die als wichtig eingestufte Bedeutung der Brückenverbindung, die wasserbaulich eine Verengung des Flusslaufes darstelle. Damit werde sie aus Sicht des künftigen Hochwasserschutzes in Theuern zu einem maßgeblichen Baustein. Nach den planerischen Vorgaben muss das Maßnahmenpaket auf die Pegelstände eines rechnerischen Jahrhunderthochwassers ausgelegt werden. Damit müssen baulich auch die Flächen vor dem Schloss und in Höhe der Castnerstraße einbezogen werden.

Deiche und Polder

Das bedeutet wiederum, dass in diesem Umfeld Deiche und Grünzonen als Pufferflächen zur Aufnahme von Hochwasser entstehen sollen. Die den Gemeinderäten vorgelegten Überlegungen hatten den Charakter von Vorentwürfen, die unterschiedliche Varianten der künftigen Führung von Deichlinien und Polderflächen darlegen. Ausbaupflichtig ist grundsätzlich nicht die Gemeinde, sondern der Freistaat, der durch das Wasserwirtschaftsamt vertreten wird. Als ein Problem stellt sich für die Planer das sogenannte Lobenhofer-Anwesen dar. Es steht schlichtweg einigen Planungsansätzen im Weg.

Verhandlungen über eine Ablösung des Grundstücks sind bisher offenbar nicht allzu vielversprechend verlaufen. Das veranlasste Rosenmüller zu der Feststellung: "Wir müssen das Anwesen nicht unbedingt erwerben, wir können auch außen rum planen." Statt einer Schutzmauer könnte dort auch ein Deich realisiert werden.

Zügig einsteigen

"In die Planungen einsteigen, sie auf den Weg bringen und die Realisierung ab 2018 ins Auge fassen", bilanzierte Bürgermeister Roland Strehl (CSU) die Vorträge der Fachleute. Danach einigte sich das Gremium auf einen detaillierten zeitlichen Fahrplan zur Umsetzung des Hochwasserschutzes bis 2018. Ausgegangen wird derzeit von einem Investitionsbedarf von 2,75 Millionen Euro, der aufzuwendende Anteil der Gemeinde dürfte bei etwa 925 000 Euro liegen.
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