Nun doch: Ja oder Nein?

Westumgehung ja, Ratsbegehren nein: Ein Anwohner hatte im vergangenen Jahr seine Meinung zum Thema schon plakativ kundgetan. Prognosen zu der Planungsvariante, die aktuell zur Debatte steht, sagen eine deutliche Entlastung der Ortsdurchfahrt voraus. Bürgermeister Strehl macht aber auch klar, dass man hier nach Fertigstellung der Umgehung "nicht mit dem Kinderwagen oder Inlineskatern fahren" kann - "damit es keine Enttäuschung gibt". Der Quellverkehr im Ort werde nämlich bleiben. Archivbild: Huber
Lokales
Kümmersbruck
09.04.2015
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Die Bürger sollen mitreden. Und zwar richtig. Diese Konsequenz zieht Bürgermeister Roland Strehl aus Gesprächen über die Westumgehung. Deshalb schlägt er jetzt vor, beim geplanten Ratsbegehren nun doch ganz konkret zu werden: Soll die umstrittene Straße gebaut werden?

Bislang hatte Strehl in Zusammenhang mit dem Bürgervotum immer nur die Frage aufgeworfen, ob die Gemeinde sich an dem Mammut-Vorhaben finanziell beteiligen soll. Zahlreiche Gespräche mit Befürwortern wie Gegnern hätten ihm aber gezeigt, dass die Bürger über das Projekt an sich abstimmen können sollten.

Die Fragestellung beim Ratsbegehren sei Sache des Gemeinderats, betont Strehl. "Aber ich bin der Meinung, dass wir mit einem Bürgerentscheid zwei Dinge klären müssen: Soll diese Straße gebaut werden - und falls ja, soll die Kommune dafür als Sonderbaulastträger zahlen." Der Bürgermeister hat festgestellt, dass rund um die Westumgehung allerlei Gerüchte im Umlauf sind: Um die Fakten klarzustellen, hatte er gestern zu einem Pressegespräch ins Rathaus eingeladen. Für ihn eine Frage von "Transparenz und Ehrlichkeit".

Mit der Ergänzung zum Planfeststellungsbeschluss, die seit Mitte Januar vorliegt, sei man "einen Schritt nach vorne" gekommen. Allerdings sei dieser inzwischen erneut beklagt worden (AZ berichtete) - "von einem Nicht-Grundstücksbesitzer". Dieser habe seinen Einspruch zunächst nicht begründet, vom Gericht dafür aber eine Fristverlängerung bis 5. Mai bekommen. Bis dahin über seine Motivation zu spekulieren, bringe nichts: "Wir warten auch auf die Begründung." Damit hänge man nun wieder "ein bissl in der Luft" bei der Frage nach dem Zeitplan - beim eigentlichen Straßenbau-Projekt, aber natürlich auch schon beim Ratsbegehren, das Strehl nach wie vor für dringend erforderlich hält. Dabei verwies er auf die gewaltigen Kosten dieses "Jahrhundertbauwerks", an denen Kümmersbruck mit "mindestens fünf, realistisch aber eher sechs Millionen Euro" beteiligt sein könnte, auf die entsprechend hohe Kreditaufnahme und auch auf den nicht minder großen Flächenverbrauch: "Angesichts der Dimensionen der Baumaßnahme halte ich die Beteiligung der Bürger an der Entscheidungsfindung für unabdingbar."

Andere Gemeinden hätten dies schon vorgemacht, erst kürzlich Schmidmühlen (Fochtnerstadl) und zuvor schon Kastl (Lauterachtalstraße). Vor allem Letztere sei ja auch "ein Riesenaufreger" gewesen, merkte Strehl an. Der Bürgerentscheid dazu habe dann auch "eine befriedende Wirkung" gehabt, zitierte er die Erfahrung seines Kastler Amtskollegen Stefan Braun. "Danach war Ruhe im Ort. Das ist auch mein Ziel."

Weil es bei der Kümmersbrucker Westumgehung sowohl um den Gemeinde- als auch um den Naturhaushalt gehe, sei von diesem Projekt wirklich jeder Kümmersbrucker betroffen, unterstrich Strehl. Und er "glaube, dass unsere Bürger eine gute Entscheidung treffen werden".
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