Öfter mal ein freches Ding

Auch wenn es anders aussieht: Norbert Fischer hat nicht immer Karten im Kopf. Doch jetzt gibt der Schafkopf-Experte wieder einen Kurs für alle, die das Spiel lernen wollen.. Archivbild: Huber
Lokales
Kümmersbruck
09.10.2015
3
0

Einen Schafkopf-Kurs für Neulinge gibt Norbert Fischer morgen beim Heimat- und Kulturverein Köfering. Im Interview verrät der ehemalige Amberger Kulturreferent mehr über seine Leidenschaft für dieses urbayerische Spiel.

Wer das Schafkopfen von Norbert Fischer lernen möchte, kann am Samstag um 19 Uhr in den Stodl von Edmund Hirsch (Waldhausstraße 21 in Köfering) kommen.

Herr Fischer, wie haben Sie denn das Schafkopfen gelernt?

Fischer: Ich durfte immer mit meinem Vater ins Gasthaus zum Lagerhaus - das war in der Schlachthausstraße - gehen und dort schon als Vier- oder Fünfjähriger bei den Kartlern aufheben, wenn einer auf die Toilette musste. Beim Schafkopf gibt es ja einen eigenen Ausdruck dafür: Ich war der Brunzkartler. So habe ich das Schafkopfen gelernt und dann immer gern gespielt, ob das nun in der Schule war oder beim Fußball.

Und als Kulturreferent hatten Sie auch mit Schafkopf zu tun?

Fischer: Ja, als wir zur 975-Jahr-Feier 2009 recherchiert haben, hat uns Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger darauf aufmerksam gemacht, dass die ältesten schriftlich fixierten Regeln zum bayerischen Schafkopf 1895 in Amberg erschienen sind. Deshalb haben wir damals ein eigenes Amberger Schafkopf-Set herausgebracht.

Ist das Ihr erster Schafkopf-Kurs?

Fischer: Nein, ich hab schon 15 oder 20 gehalten, meist bei der Volkshochschule. Die sind alle super angekommen. Beim letzten waren sogar 16 Frauen dabei; die sind jetzt beim Schafkopfen total auf dem Vormarsch. Aus dem Kurs hat sich sogar eine Gruppe gebildet, die sich immer noch regelmäßig zum Spielen trifft. Mit den VHS-Kursen habe ich irgendwann mal aufgehört, aber für den Heimat- und Kulturverein Köfering mache ich jetzt wieder einen, weil der Vogl Sepp mich gefragt hat.

Was sagen Sie jemandem, der meint, das Spiel könnte für ihn zu kompliziert sein?

Fischer: Jeder, der nur ein bisschen Talent hat, der lernt das auch. Natürlich kann man an einem Abend nur die Grundlagen schaffen. Danach heißt es: üben, üben, üben. Denn nur durch das laufende Spielen wird man besser.

Haben Sie beim Schafkopfen auch schon mal so viel Geld verloren, dass Sie sich geärgert haben?

Fischer: Nein, ich spiele ja nicht teuer. Wir spielen 5, 10, 15; das Solo kostet 20 Cent. Da muss man schon großes Pech haben, um mal 10 oder 15 Euro zu verlieren. Ich habe aber meistens auch noch Kartenglück. Von zehnmal gewinne ich vielleicht achtmal. Letztes Mal waren es 3,60 Euro auf vier Stunden. Schafkopf soll ja Spaß machen, und das geht verloren, wenn man teuer spielt. Da hat man dann nicht mehr diese Geselligkeit, die als Beiwerk das Spiel so schön macht.

Was gefällt Ihnen beim Schafkopfen am meisten?

Fischer: Wenn man mal ein freches Ding spielt, das vielleicht nur in 30 Prozent der Fälle durchkommt, und das trotzdem gewinnt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.