Offen für neues Wohngefühl

In Köfering soll aus Ackerland ein neues Baugebiet mit neun Parzellen werden. Es schließt an einige bereits bestehende Häuser an und liegt an der Waldhausstraße in Richtung Amberg, sozusagen am Entree des Ortes. Er will damit attraktiver werden - auch für junge Familien, die sich hier in Stadtnähe ansiedeln sollen. Bild: Hartl
Lokales
Kümmersbruck
29.10.2014
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"Wohnst du noch oder lebst du schon?" In Kümmersbruck gewinnt der Ikea-Werbeslogan schon beim Entwurf von Bebauungsplänen an Bedeutung. Da fängt es nämlich bereits an, was Häuslebauern erlaubt ist. Und da will die Gemeinde keine Vorgaben mit Haken und Ösen liefern, die jeden eher finster an Ikea erinnern.

Ums Schrauben kam der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstagabend aber dennoch nicht herum. Diese Mühe in Form einer ausgeprägten Debatte machte er sich aber gerne. Schließlich ging es um nicht weniger als die Zukunft eines weiteren Ortsteils, der sich wie Kümmersbruck, Haselmühl und Theuern zum attraktiven Wohngebiet weiter entwickeln soll. Die Rede ist von Köfering, wo jetzt schon viele ihr Häuschen in ebenso geringer Entfernung zum Oberzentrum Amberg gebaut haben und wo eben noch mehr möglich ist.

Genauer gesagt geht es dort aktuell um den Bebauungsplan für ein neues Wohngebiet mit neun Parzellen an der Waldhausstraße. Er wurde überarbeitet und nun im Gemeinderat vorgestellt, um für diese Fassung die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Fachstellen auf den Weg zu bringen. Mit sieben Gegenstimmen gab es schließlich grünes Licht, wobei das Abstimmungsergebnis zeigt, dass sich das Gremium den Beschluss und die Debatte nicht leicht gemacht hatte.

Vorsicht vor "Monotonie"

Wie hoch dürfen die Gebäude klassischer oder auch modernerer Bauart werden? Das war die Gretchenfrage, wobei schnell Klarheit herrschte, dass sowohl Bungalows als auch Einfamilienhäuser mit Sattel-, Walm- oder Pultdach erlaubt sein sollen. "Ich finde es ganz schrecklich, wenn ein Haus ausschaut wie das andere", warnte zum Beispiel Veronika Frenzel (SPD) vor "langweiliger Monotonie". Sowohl für Interessenten als auch Architekten klimaneutraler oder energieerzeugender Häuser müssten Möglichkeiten geschaffen werden, "sich hier zu entwickeln".

Bürgermeister Roland Strehl "hörte das gern - das war immer mein Thema" - und lenkte die Diskussion in die richtige Richtung. Nämlich zur Frage der Ausbauvarianten, für die es zunächst unterschiedliche Ansichten gab. Die CSU-Fraktion wollte neben Parterre und erstem Stock zwar ein Dachgeschoss gestatten, dieses aber nicht ausbauen lassen. Das ging Teilen der SPD-Fraktion zu weit - auch im Sinne von zu viel Vorschrift und Nutzungseinschränkung für potenzielle Interessenten.

Am Ende stand ein Kompromissvorschlag, der das ausgebaute Dachgeschoss zuließ, aber die Wandhöhe auf maximal 6,50 Meter beschränkte, um allzu hohe Dächer bei 45 oder 48 Grad Neigung zu vermeiden. Auch Roland Strehl hatte zuvor vor Häusern von deutlich über zehn und möglicherweise elf Metern Höhe gewarnt, die hier an der Zufahrtsstraße zu Amberg mächtig aufwachsen könnten. Wenn dann daneben auf dem Nachbargrundstück beispielsweise ein Bungalow steht, sei das eine Mischung, die nicht unbedingt schön sei. Dagegen gab es aber auch die Argumentation, dass diese Unterschiede nach fünf Jahren bei entsprechender Eingrünung der Grundstücke von der Straße kaum mehr auszumachen seien.

Wandhöhe jetzt begrenzt

Am Ende stand schließlich die Formel E+1+D samt Ausbaumöglichkeit, allerdings auf insgesamt 6,50 Meter Wandhöhe begrenzt. Keine Festlegungen gab es zu Dachgauben, die in jeder Form möglich sein sollen. Für Einfriedungen gilt nach Beschluss des Gremiums die Bayerische Bauordnung. Nun geht der soweit umrissene Vorentwurf aber erst einmal in die Auslegungsphase, bei der auch immissionsschutzrechtliche Belange noch eine Rolle spielen und neue Änderungen bringen könnten.
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