Pferdeboxen ein Sonderfall

Lokales
Kümmersbruck
17.10.2014
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Es war jahrelang ungeschriebenes Gesetz, dass Kümmersbruck den Vereinen und Verbänden freiwillige Zuschüsse in Höhe von 15 Prozent nur für Maßnahmen zur energetischen Sanierung gewährt. Jetzt rückte der Hauptausschuss davon ab und gewährte dem Reitsportverein eine fünfprozentige Unterstützung für Renovierungsarbeiten - eine Einzelfallentscheidung.

Einen dringlichen Antrag auf finanzielle Unterstützung hat im Sommer die Reitsportgemeinschaft eingereicht. Grund sind "umfangreiche Renovierungsarbeiten" in der Reithalle, an den Boxen und am Boden. Wie es hieß, müssen die Reiter aufgrund einer Auflage von Amtstierärztin Dr. Melanie Fruck tätig werden. Die Boxen entsprächen nicht mehr den tierschutzrechtlichen Bestimmungen.

Reduzierung vermeiden

Um eine wesentliche Reduzierung der Boxen durch Zusammenlegung zu vermeiden, beschlossen die Köferinger Reitsportfreunde, Paddocks anzubauen, um die erforderliche Grundfläche pro Box zu erreichen. Des weiteren seien Sanierungen in der Reithalle erforderlich, da die Bande durch ungünstige Bodenverhältnisse verfault und beschädigt sei. Eine Erneuerung der Holzbretter macht nach Angaben des Vereins aber nur Sinn, wenn auch der Bodenbelag ausgewechselt wird.

Problem sei, dass gemäß Vorgabe die Mängel binnen eines Jahres behoben sein müssen. Auch wenn die Mitglieder sich mit Eigenleistung beteiligen, sei die Zeit der Knackpunkt. Die zu erwartenden Kosten gibt die Reitsportgemeinschaft mit rund 38 000 Euro an und bat deshalb um einen Zuschuss für die Maßnahme. Der Verein mit einer guten Jugendarbeit (49 Jugendliche als Mitglieder) befände sich in einer Zwangslage.

CSU-Fraktionssprecher Markus Graf sah 2500 bis 3000 Euro in diesem besonderen Fall als angemessen an. "Wenn wir hier einen Zuschuss geben, dann geben wir jahrelang bestehenden bisherigen Richtlinien komplett auf", argumentierte SPD-Fraktionssprecher Markus Moser. Es sei denn, ab 1. Mai "gibt's andere Richtlinien, dann kann jeder Verein einen Antrag stellen".

Bei der Maßnahme der Reitsportgemeinschaft handle es sich um keine energetische Sanierung; "Wenn wir auf unsere bisherigen Linie fahren, dann sieht's schlecht aus für den Antrag." Hans Hartinger (SPD) sah die Gleichbehandlung gefährdet, "dann kann jeder Verein Zuschussanträge stellen". Gewähre die Kommune der Reitsportgemeinschaft eine finanzielle Unterstützung, "dann sehe ich keine Möglichkeit mehr, andere Anträge abzulehnen", meinte Moser.

Eine klare Linie

Zweite Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm (CSU) stand dem Antrag positiv gegenüber, Josef Vogl riet, "aus tierschutzrechtlichen Bestimmungen" das Vorhaben zu unterstützen. Auch Josef Flierl (SPD) meldete sich zu Wort. Er erinnerte an die klare Linie, bei energetischer Sanierung einen Zuschuss von 15 Prozent zu gewähren. "Daran konnten sich alle Vereine orientieren, das hat sich bewährt." Würden Zuschüsse für Sanierungen, die nicht energetischer Art seien, gewährt, kämen auf die Gemeinde pro Jahr zwischen 50 000 und 100 000 Euro mehr zu. Er verwies darauf, dass es "immer noch freiwillige Leistungen sind". Es gelte einen Modus zu finden, der den Vereinen gerecht werde.

Die Gemeinderäte kamen am Ende der Diskussion sozusagen zu einem Vergleich: Die Reitsportgemeinschaft Amberg-Köfering bekommt einen Zuschuss von fünf Prozent. Jedoch sei dies eine Einzelfallentscheidung, kein Verein könne davon eine Gleichbehandlung ableiten. Wenn, dann müssen laut Josef Flierl "zwingende Gründe vorliegen, wie in diesem Fall Auflagen von staatlicher Seite". "Wir behalten uns Lösungen für den Einzelfall vor" kündigte Bürgermeister Roland Strehl an.
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