Pferdestall: Gemeinde sagt Nein

Lokales
Kümmersbruck
26.06.2015
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An diesem Projekt scheiden sich die Geister: Ein geplanter Stall für Pensionspferde sorgte im Bauausschuss erneut für eine längere Diskussion.

Auslöser ist das Bauvorhaben von Bernhard Scharf aus Gärmersdorf. Hier sind Gemeinde und Landratsamt verschiedener Auffassung: Mindestens eine weitere Runde in der nun schon zwei Jahre dauernden Angelegenheit ist deshalb wohl absehbar.

Zur Erinnerung: Bernhard und Kunigunde Scharf haben bereits am 1. Juli 2013 eine Bauvoranfrage zum Bau einer Stallung mit Dung-Lagerstelle für acht Pensionspferde auf dem Grundstück Nr. 38/3 in Gärmersdorf gestellt. Das gemeindliche Einvernehmen dazu verweigerten acht Tage später die Kümmersbrucker Verwaltung beziehungsweise der Bauausschuss.

Bei ihrem Nein bleibt die Gemeinde - auch nach der jüngsten Stellungnahme des Landratsamtes. Bauamtsleiter Werner Bauriedl hatte bei der erneut vorgelegten Bauvoranfrage nach wie vor "Probleme wegen der Privilegierung". Bürgermeister Roland Strehl sagte es ganz deutlich: "Wir wollen keine Pferdepension an dieser Stelle."

Hans Graf nannte den Grund dafür: "Es ist das einzige Baugebiet, das wir in Gärmersdorf haben, deshalb sollten wir darauf bestehen, dass wir es behalten wollen." Franz Kölbl plädierte ebenfalls dafür, "an diesem Baugebiet festzuhalten". Peter Karzmarczyk sieht das ähnlich und forderte, das Gelände "kann man sich nicht kaputtmachen lassen". Darüber hinaus solle es "ja lediglich ein zweites Standbein für Graf sein".

Verwaltung und Gremium verweigerten einhellig die Zustimmung für den Bau des Stalls. Damit stehen beide allerdings konträr zur Stellungnahme des Landratsamtes. Letzteres nämlich sieht im Kern ein privilegiertes Vorhaben, das einem landwirtschaftlichen Betrieb dient. Bernhard Scharf bewirtschaftet diesen im Nebenerwerb und hält künftig 4000 Öko-Masthähnchen. Das für diese und die acht Pferde benötigte Futter kann vollständig auf der eigenen Fläche erzeugt werden.

Nach fachlicher Stellungnahme des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg gibt es keinen anderen Standort, der für die geplante Pferdehaltung geeignet wäre und sich näher am Hof befindet. Dem Vorhaben stünden keine öffentlichen Belange gegenüber. Schädliche Umwelteinwirkungen bei den benachbarten Wohnhäusern erwartet die Behörde ebenfalls nicht.

Der von der Gemeinde geplante Bebauungsplan "Straßenäcker" könne dem Vorhaben nicht entgegengehalten werden. Der Aufstellungsbeschluss sei nämlich erst nach Eingang des Bauantrages gefasst worden. Gleichwohl weist das Landratsamt darauf hin, dass es auf bestimmten Parzellen des Bebauungsplans unzumutbare Geruchsbelästigungen geben könnte. Trotzdem sei das Vorhaben "bauplanungsrechtlich zulässig".
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