Platz für 900 000 Liter

Lokales
Kümmersbruck
06.12.2014
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Es war keine einfache Geburt. Auf dem Weg dahin ballte erst die eine Gemeinderats-Fraktion die Faust in der Tasche, dann die andere. Am Ende machte die Kommunalwahl aus der Kümmersbrucker Hallenbad-Sanierung einer Erweiterung. Und für die wurde gestern Richtfest gefeiert.

An die geballten Fäuste - zuerst bei seinen Fraktionskollegen, dann bei der SPD - erinnerte Bürgermeister Roland Strehl (CSU) beim Rohbau-Fest. Bekanntlich wollte es die alte, rote Gemeinderats-Mehrheit bei einer reinen Sanierung belassen. Die neue "Regierung" setzte dazu aber noch einen Anbau mit einem zweiten "multifunktionalen Becken" durch - mit weiteren Kosten von rund einer Million Euro, zusätzlich zu den 4,1 Millionen für die Sanierung. "Ich bin der Meinung, dass man mit dem Geld der Bürger nicht nur sparsam, sondern auch zukunftsgerichtet umgehen muss", betonte Strehl gestern.

"Die Entscheidung gegen eine reine Schulschwimmhalle haben wir uns nicht leicht gemacht", bekannte er. Strehl ist aber überzeugt, dass sie "richtig war", weil die Erweiterung diese Einrichtung zukunftsfähig mache, mit einem "Zeithorizont von mindestens 40 Jahren". Allen an Sanierung und Anbau Beteiligten sprach er "allergrößten Respekt" aus. Besonders erfreut ist Strehl, dass das Großprojekt bislang unfallfrei über die Bühne gegangen ist. "Jedenfalls habe ich noch nicht gehört, dass einer ins Becken gefallen ist."

Dass die Arbeiten direkt neben der Schule nicht ganz unproblematisch sind, merkte Architekt Heinrich Benker an. Er sprach von einem "schwierigen Bauwerk", weil man "wirklich sehr viele Schäden" beheben müsse. Der Anbau sei mit einem Volumen von etwa 30 Prozent am Gesamtprojekt "der kleinere Teil". Anschaulich wurde das auch durch seinen Hinweis, ins neue, kleine Becken passten rund 200 000 Liter Wasser - ins sanierte, alte rund 700 000 Liter. "Eine Erstbefüllung kostet fast 5000 Euro."

Aktuell sind nach den Worten des Architekten "60 bis 70 Prozent" des Vorhabens geschafft. "Wir liegen noch gut im Bauzeitenplan", bilanzierte er mit Blick auf die für Herbst 2015 angepeilte Fertigstellung. Sein Dank galt allen beteiligten Firmen, deren Vertreter und Gäste die Gemeinde dann zu einem Essen auf der Baustelle einlud. Tobias Birner (Fachbau Schlosser) wünschte zuvor mit dem Richtspruch weiter gutes Gelingen und warf dazu nicht nur traditionell ein Glas vom Dach, sondern auch schon einen Blick ins nächste Jahr: "Bald wird hier reges Leben sein, die Leute gehen aus und ein."
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