Reservisten und der zivile Arbeitsmarkt: Unternehmen schätzen gute Führungskompetenz von ...
Mehr als nur "retten, bergen, löschen"

Mehrwert durch ehemalige Soldaten: Hans-Christian Witthauer zeigte in seinem Vortrag interessante Aspekte für Firmen auf. Bild: rib
Lokales
Kümmersbruck
12.08.2015
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Trotz tropischer Temperaturen waren rund 30 Mitglieder gekommen, um den Vortrag von Hans-Christian Witthauer zu hören. Auf Einladung des CSU-Arbeitskreises Außen- und Sicherheitspolitik (ASP) sprach der Oberstleutnant der Reserve über "Die Reserve - ein kraftvolles Potenzial für Arbeitgeber und Bundeswehr!?" Er informierte zunächst über die aktuelle Situation der Reservisten und die Gewinnung neuer Rekruten, was "derzeit eine der zentralen Herausforderungen der Bundeswehr ist". Ausscheidende Zeitsoldaten sind seinen Worten ach eine "gute Wahl für die Besetzung von vakanten Stellen in der Wirtschaft". Rund 9000 Soldaten würden jährlich in den zivilen Arbeitsmarkt wechseln.

Witthauer zeigte auf, dass beispielsweise ein Lkw-Fahrer im Zuge seiner Wehrübung unter anderem den Gefahrgutnachweis und die medizinische Untersuchung absolvieren könne, die sonst der Arbeitgeber bezahlen müsste. Diesen Mehrwert bezeichnete der Referent als interessanten Aspekt für Betriebe. Verschiedene Unternehmen fragten aktiv nach Soldaten, da diese eine gute Führungskompetenz mitbrächten. Als sinnvoll erachtet er die Einführung eines Nachweises über die zivilberuflichen Fähigkeiten und sozialkommunikative Kompetenzen von Soldaten in schriftlicher Form. Unternehmen könnten die tatsächlichen Kenntnisse von Soldaten oftmals nur schwer einschätzen, da derzeit keinerlei verifizierte Auskünfte derzeit möglich seien.

Gute Ansätze wären seiner Meinung nach neben einer unbezahlten Probezeit eine zielgerichtete Qualifikation, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und eine noch aktivere Vermittlung an Unternehmen, die einen Bezug zu den Streitkräften durch beispielsweise aktive Reservisten in Führungspositionen haben.

Die Unterstützung der rund 8000 Reservisten in der Oberpfalz durch Truppe und Wirtschaft hat sich laut Witthauer aber deutlich verbessert. Reservisten dürften nicht nur auf "Retten, bergen, löschen" reduziert werden. Reservist zu sein, bedeute weitaus mehr. Das müssen die Streitkräfte realisieren, so Witthauer.
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