Roland Strehl macht Platz

Neu formiert hat sich die Kümmersbrucker CSU-Führung (von links): Dieter Schubert, Martin Pechtl, Gerda Fritz, Andreas Reinwald, Stefanie Metschl, Hans Nörl, Stefanie Hößl, Alois Schwanzl, Stefan Roggenhofer, Martin Meier, Irene Wetter, Bernhard Fleischmann sowie Bürgermeister Roland Strehl und Kreisvorsitzender Dr. Harald Schwartz. Bild: gf
Lokales
Kümmersbruck
27.02.2015
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Ausgerechnet am Nockherberg-Abend wählte die Kümmersbrucker CSU einen neuen Vorsitzenden. Starke TV-Konkurrenz also - trotzdem war's druckt voll im ASV-Sportheim. Roland Strehl deutete das in bester Derbleck-Manier als Zeichen, dass viele sehen wollten, wie er als CSU-Chef tatsächlich seinen Hut nimmt.

Die Sendung mit dem berühmten Münchener Starkbier-Anstich, so tröstete Strehl die CSU-Gäste, werde ja noch mehrmals wiederholt: Einmalig dagegen sei der angekündigte Amtswechsel bei der Kümmersbrucker CSU. Fast zwei Jahrzehnte hatte Strehl als stellvertretender Vorsitzender, seit 2001 als Vorsitzender den Ortsverband geprägt - und vor einem Jahr die Wahl zum Bürgermeister gewonnen. Nun sei es an der Zeit, für Jüngere das Feld zu räumen, sagte er - und machte Platz für Stefan Roggenhofer, der einstimmig zum neuen CSU-Vorsitzenden gewählt wurde.

Mehr als nur Politik

Den großen Zuspruch bei der Mitgliederversammlung wertete Strehl auch als Zustimmung zu dem, was die CSU in Kümmersbruck in den vergangenen 14 Jahren auf die Beine gestellt habe. 2001 übernahm Strehl das Amt des Vorsitzenden, davor war er vier Jahre Stellvertreter gewesen. Er habe immer mehr gewollt, als nur Politik zu gestalten, betonte er - und erinnerte an geselliges Miteinander, die Sommerfeste, früher "beim Schönberger", später im Ries-Stodl.

In seiner Amtszeit verzeichnete der Ortsverband 60 Neuzugänge. Strehl kann sich nur an ein Mitglied erinnern, dass ihn als Grund für den Parteiaustritt nannte - aber da habe der Betroffene nur seine ehrliche Ansicht geäußert. Mittlerweile sei Kümmersbruck die mitgliederstärkste Gruppe im gesamten CSU-Kreisverband. Innerhalb der Partei habe es nicht nur "eitel Sonnenschein" gegeben, aber trotz aller kontroversen Diskussionen sei nie eine Aufspaltung im Raum gestanden.

Vor 14 Jahren sei er ins kalte Wasser geworfen worden, blickte Strehl zurück: Bereits ein Jahr später stand der Kommunalwahlkampf an. Unter Strehls Führung konnte sich die CSU aus dem Tief der vorherigen Wahl mit nur 35 Prozent Stimmenanteil auf 43,8 Prozent steigern. 2008 trat er erstmals als Bürgermeisterkandidat an: Die 29 Prozent seien für ihn eine bittere Enttäuschung gewesen, gestand Strehl.

Vergangenes Jahr habe sich die CSU in Kümmersbruck für einen Themen-Wahlkampf entschieden und sich kaum mit dem politischen Gegner abgegeben. Nahezu unfassbar sei dann das Ergebnis gewesen - am Wahlabend stand Strehl nach eigenen Worten "die längsten 45 Minuten" seines Lebens durch. 53,34 Prozent sieht er dennoch nicht als knappes Ergebnis. Zwölf Gemeinderäte, damit könne die CSU in Kümmersbruck erfolgreich arbeiten und ihre Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, unterstrich Strehl.

Der Neue bleibt auf Kurs

Stellvertretende Vorsitzende Renate Amrhein meinte, mit Strehl habe die CSU in Kümmersbruck viel erreicht. Kreisvorsitzender Harald Schwartz lobte Strehls Arbeit. 13 Jahre habe er in der Opposition leben müssen, nun könne ein agiler CSU-Ortsverband seinen Wahlerfolg ausleben. Der neue Vorsitzende Stefan Roggenhofer habe ein schweres Amt übernommen, wenn er an diese Leistung anknüpfen wolle. Aber dafür finde er einen gut aufgestellten Verband vor. Roggenhofer selbst sagte, er hoffe, den von Strehl vorgegebenen Kurs fortsetzen zu können.
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