Schnauze voll vom Verkehr

Lokales
Kümmersbruck
11.06.2015
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Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für eine Zählung des Verkehrs - das fordert ein Anwohner der Ortsdurchfahrt von Kümmersbruck. Weil dort momentan wegen der Sperrung der AS 27 Dauerstau herrscht, berichtete er am Dienstag im Gemeinderat.

"Jetzt ist da wirklich Verkehr", begründete der Anwohner sein Anliegen. Er brachte es in der Bürgerfragestunde in der Ratssitzung vor. Zwischen 7 und 20 Uhr gebe es momentan auf der Vilstalstraße in Haselmühl "kein Durchkommen ohne Stau", klagte er - jeder, der diese Strecke auf dem Weg zur Arbeit benutzen müsse, könne ein Lied davon singen.

Er machte dann auch gleich seinem Ärger über das angekündigte Ratsbegehren zur Westumfahrung Luft. Eine solche Abstimmung sei nach 30 Jahren, in denen die Anlieger schon auf die Alternativroute warten, "hinfällig und unsinnig". "Wir wollen, dass endlich diese Straße gebaut wird", betonte er - auch im Namen weiterer direkt Betroffener, wie er hinzufügte: "Wir haben die Schnauze voll von diesem Verkehr."

Eine solche Zählung sei ein Thema für den Verkehrsausschuss, erklärte Bürgermeister Roland Strehl, der es deshalb weiterreichen will. "Meiner Meinung nach hat es aber wenig Sinn, Baustellenverkehr zu zählen."

Der Anlieger hatte sich auch nach dem Stand der erneuten Klage gegen die Umgehungsstraße erkundigt. Verwaltungsleiter Wolfgang Roggenhofer informierte, dass der Kläger, ein Privatmann, am 4. Mai beim Verwaltungsgericht die bis dahin noch fehlende Begründung für seinen Einspruch gegen die Planfeststellung nachgereicht habe. Dabei gehe es vor allem um "verfahrenstechnische Dinge". Diese würden die Frage aufwerfen, ob nach der ersten Klage gegen die Westumfahrung das Planfeststellungsverfahren noch einmal komplett neu aufgerollt hätte werden müssen.

"Jetzt liegt der Ball auf Seite des Straßenbauamts und der Regierung", fasste Roggenhofer den aktuellen Stand zusammen. Die Gemeinde Kümmersbruck sei, wenn die Klage zugelassen werde, in der Angelegenheit Beigeladener und werde von einer Regensburger Rechtsanwaltskanzlei vertreten. Bislang sei allerdings noch kein Verfahren terminiert.

"Wenn die Klage zugelassen wird, kann das relativ lang dauern", kündigte Bürgermeister Strehl an. Solange die Klage gegen die Umgehung laufe, habe es keinen Sinn, sich mit einem Ratsbegehren zu beschäftigen, erläuterte er. "Also ist das zurzeit noch kein Thema im Gemeinderat." Eine solche Abstimmung wäre aber schnell umzusetzen und würde das Projekt Umgehung damit nicht noch weiter verzögern, versicherte Strehl.
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