Seit etwa einem Jahr reden die Kümmersbrucker über einen möglichen Standort für eine öffentliche Toilette. Das im Wortsinn drängende Problem dürfte aber bald aus der Welt geschafft sein.
Endlich ein Ort fürs Örtchen

Lokales
Kümmersbruck
04.05.2015
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(e) Nach einigem Gezerre entschieden die Gemeinderäte nunmehr mit 19:4 Stimmen, grundsätzlich eine öffentliche Toilette errichten lassen zu wollen. Mit 20:3 wurde auch der Ort fürs Örtchen beschlossen: Auf dem Parkplatz gegenüber des Gasthofes Blaue Traube an der Zeilenstraße in Haselmühl.

Von der CSU sei das Thema einst auf den Weg gebracht worden, sagte Bürgermeister Roland Strehl. Von der SPD hatte inzwischen auch Werner Cermak den Gedanken an die "nette Toilette" in Spiel gebracht (wir berichteten). Das ließ sich nicht verwirklichen, jetzt stand folglich die Grundsatzentscheidung an. Ein bereits bestehendes Gebäude unterhalb der Sparkasse war auch angedacht, die Tendenz ging aber dann zu einer eigenen Toilettenanlage auf gemeindlichem Grund, auf dem Parkplatz Kirchensteig. Das Modell "Hering" mit Münzautomat wurde vorgestellt, die Kosten werden mit rund 70 000 Euro beziffert, plus Folgekosten, etwa für Unterhalt und Reinigung. CSU-Sprecher Markus Graf sprach sich "nach ewiger Diskussion" mit einem eindeutigen Ja pro öffentlicher Toilette aus, 3. Bürgermeister Hubert Blödt hat nach vielen Gesprächen "mit dem Bürger die Notwendigkeit " registriert, dass eine solche Toilette benötigt wird. Dies will auch Renate Amrhein (CSU) so festgestellt haben.

Die Frage nach dem Sinn

Kontrovers diskutierte Veronika Frenzel (SPD), sie sah schon die Fragestellung nach Standort und Toilette verkehrt, es hätte heißen müssen: "Brauchen wir überhaupt eine solche?" - ihrer Meinung nach ein klares Nein, denn: "Ich bin strikt dagegen, für einen kleinen Teil der Bevölkerung so eine Toilette zu bauen, das ist nicht sinnvoll." Was wieder 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm auf die Palme brachte: "Diese, Frenzels, Begründung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, es sind ja nicht nur die Senioren, die eine Toilette brauchen, auch Kinder, Buskunden, sind zum Beispiel dringend darauf angewiesen." Die Sinnfrage hatte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Moser gestellt: "Ist der Bedarf wirklich so groß, um so eine hohe Investitionssumme zu rechtfertigen? Dazu kommt ja auch noch der Unterhalt." Die Kosten, so fasste er zusammen, stünden "überhaupt nicht im Verhältnis zum Bedarf".

Nicht alle dafür

Noch drei Gemeinderäte schlossen sich dieser Meinung an, 19 aber waren klar für eine öffentliche Toilette. Mit 20:3 fiel das Ergebnis für den Standort aus: Parkplatz Zeilenstraße.
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