Selbstkritische Worte bei den Geflügelzüchtern
Nicht verzetteln

Die geehrten Geflügelzüchter aus dem Landkreis (von links): Josef Meiler (für Luca Ertl), Ambergs Bürgermeisterin Brigitte Netta, Anton Hottner, Andreas Metschl, zweiter Vorsitzender Ernst Singer, Max Heindl und Vorsitzender Walter Deinzer. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
09.03.2015
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Giant Homer, Fränkische Bagdetten, Thüringer Schnippen, Altdeutsche Mövchen oder Felegyhazaer Tümmler - die Bezeichnungen sagen dem gewöhnlichen Mitteleuropäer nicht viel. Die 852 Mitglieder im Kreisverband Amberg-Sulzbach der Geflügelzüchter können mit den Namen jedoch sehr wohl etwas anfangen. Die Mitglieder trafen sich zur Jahreshauptversammlung in Richtheim, neben den Rechenschafts- und Tätigkeitsberichten stand die Ehrung der Titelträger durch die beiden Vorsitzenden Walter Deinzer und Erwin Singer auf der Tagesordnung.

"Vielleicht zu viele Rassen"

Organisiert wurde die Zusammenkunft vom Vorsitzenden des Geflügelzuchtvereins Kümmersbruck-Amberg und Umgebung, Josef Schlegl. Dessen Verein hat 136 Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder im Kreisverband stagniert. "Das mag wohl auch daran liegen, dass die Rassegeflügelzucht zu speziell geworden sein könnte", erklärte Walter Deinzer. Ein weiterer Grund sei nicht auszuschließen: "Es gibt vielleicht zu viele Rassen und Farbschläge. Vielleicht verzetteln wir uns." Dennoch sei der Kreisverband bestens aufgestellt, die vielen Ausstellungen und Preis-Schauen zeichneten das Bild eines äußerst erfolgreichen Verbandes.

Exemplarisch herausgestellt hat Deinzer seinen Züchterfreund Horst Wiesend: Beim Goldenen Siegerringwettbewerb in Leipzig habe er mit seinen Smerlen den zweiten Platz erreicht. Die Zuchtwarte Georg Schmalzl und Joachim Hagen berichteten von durchwegs erfolgreichen Zuchtergebnissen bei den Hühnern und Ziergeflügel. Schmalzl erinnerte an die 22. Kreisschau im November in der Halle in Lengenfeld mit 18 Ausstellern und 129 Tieren.

Aus dem Ausstellungswesen für den Bereich Tauben war zu hören, dass eine Schau in Auerbach mangels Beteiligung habe abgesagt werden müssen. Laut Hagen sei dies aber ein Ausnahmefall. Er zeigte sich überzeugt, dass sich die Meldezahlen bei den Kreis-Schauen um die 600 einpendeln. Die drei Groß-Schauen 2014 in Hannover, Ulm und Leipzig hätten den eindeutigen Beleg geliefert: "Die Rassegeflügelzucht liegt keineswegs auf dem Sterbebett."

Vor allem dann nicht, wenn man auf eine so aktive Jugendarbeit verweisen kann, wie der Kreisverband Amberg-Sulzbach. Die 99 Mitglieder starke Jugendgruppe sei auch bei privaten Veranstaltungen gut vertreten gewesen. Der Kassenbericht von Max Heindl fiel sehr günstig aus, er bilanzierte ein zufriedenstellendes Jahr 2014. Die nächste Kreisversammlung kündigte Walter Deinzer den Mitgliedern für 28. Februar 2016 an, die 23. Kreis-Schau im Januar nächsten Jahres werde in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg stattfinden.
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