Signal an Familien

Lokales
Kümmersbruck
27.10.2014
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Was lange währt, wird endlich gut. Wenn dieser Sinnspruch auf ein Projekt zutrifft, dann auf den Neubau der Kindertagesstätte beim Kindergarten St. Antonius.

Nach langwierigen Verhandlungen und Umplanungen war im Januar Richtfest, nun folgte die Einweihung. Ausgerichtet ist die freundlich gestaltete Einrichtung auf zwölf Kleinkinder. Die Gesamtkosten betrugen 630 000 Euro, nicht mit eingerechnet die Außenanlagen, die das Vorhaben wohl noch um 60 000 bis 70 000 Euro verteuern.

Nachdem der Gemeinderat als anteiliger Kostenträger im Dezember 2012 nach langen Debatten dem Bauvorhaben zugestimmt hatte, kamen die Planungen und Ausführungen nur schleppend voran. Schwierig gestalteten sich die Verhandlungen mit den beteiligten Stellen, auch mit der Bischöflichen Finanzkammer, bis die Kirchenverwaltung im September 2013 die Trägerschaftsvereinbarung für die Kita unter Dach und Fach hatte und man endlich, im Januar, Richtfest feiern konnte. Am 1. September schließlich öffnete die Krippe. "Ich freue mich dass die Krippe so schön geworden ist,", meinte Kirchenpfleger Klaus Pleyer.

Ihm liegt verständlicherweise die Kostenmehrung um voraussichtlich 60 000 bis 70 000 Euro schwer im Magen. Der Hauptgrund: Fast die gesamte Außenspielfläche der Kindergartenkinder musste verlegt und ein Zaun zu den Nachbargrundstücken neu aufgestellt werden. Pleyer machte den Gästen klar: "Ganz alleine lässt sich dies nicht schultern."

Weiterer Meilenstein

Bürgermeister Roland Strehl nannte in seinem Grußwort das Projekt einen Meilenstein intensiver und freundschaftlich-vertrauensvoller Zusammenarbeit der Gemeinde mit der katholischen Kirchenstiftung. Für Strehl ist der Neubau ein Signal an Familien in der Gemeinde, "die sich in der heutigen Zeit mir veränderten Familienstrukturen, mit schwierigen ökonomischen Fragen und mit einem neuen Rollenverständnis Mann-Frau ganz bewusst für Kinder entschieden haben oder diese für uns alle so wichtige Entscheidung zu treffen haben". Nach seinen Angaben übernimmt der Staat 329 000 Euro, der Träger zehn Prozent, die Gemeinde den Rest, nämlich 238 000 Euro. Wichtig sind nach Überzeugung Strehls qualifizierte Betreuerinnen, die wissen, wie viel Zuwendung und wie viele Anregungen ihre Schützlinge brauchen. Strehl: "Diese Geborgenheit werden sie unter der Leitung von Sabine Galli finden."

Pfarrer Wolfgang Bauer, der mit seinem evangelischen Amtsbruder Bernd Schindler den Segen erteilte, bezog sich in seinem Wort auf das Evangelium. Bauer leitete daraus ab: "Wenn ihr nicht erkennt, was Kinder bedeuten, was Kinder Erwachsenen sagen können, könnt ihr den Himmel nicht erfahren." "Vielleicht", so Bauer, "ist die Kinderkrippe auch eine Umsetzung des Evangeliums für unsere Kirche und unsere Gemeinde." Anerkennung für seine Arbeit erntete auch Architekt Willi Schmid.
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