Statt Umgehung rodeln?

Damit Bürgermeister Roland Strehl die Kinder-Vorschläge nicht vergisst, haben ihm die Viertklässler Spielplatz-Modelle gebastelt und große, bunte Plakate mit Kritikpunkten und Lob gestaltet. Tatsächlich soll all dies nicht in einer Schublade landen. Der Gemeindechef hat versprochen, zu prüfen, was sich davon in die Tat umsetzen lässt. Bei einem Klettergerüst und einer kleine Skater-Anlage stünden die Chancen vielleicht gar nicht so schlecht, meinte er. Bild: Huber
Lokales
Kümmersbruck
17.07.2015
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Aus der Ganzjahres-Dult und dem Rodel-Tunnel über der Ortsdurchfahrt wird wohl nichts werden. Gut möglich aber, dass Kümmersbruck eine kleine Skater-Anlage bekommt. Die gehört zu einer langen Ideen-Liste, die Viertklässler jetzt Bürgermeister Roland Strehl präsentierten.

Die Kümmersbrucker Grundschüler haben sich ihre Gemeinde ganz genau angeschaut: Sowohl auf der Suche nach "tollen", als auch nach "doofen Orten" sind sie fündig geworden. Dabei ließen es die Kinder nicht beim Meckern, sondern haben eigene Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Und die brachten sie auch gleich an den Mann - Bürgermeister Roland Strehl.

Der informierte sich als Gast der Klassen 4a,b und c über die Erkenntnisse, die die Kinder in der Forschungswerkstatt Heimat gewonnen haben - einem Projekt der kommunalen Jugendarbeit des Landkreises. Sieben Klassen aus vier Schulen haben mitgemacht, berichtete Cornelia Aschenbach, bei der die Fäden zusammenliefen. Sie lobte die Kümmersbrucker für ihre "ganz, ganz tollen Ideen" (Blickpunkt). Bei der Frage "Wie kinderfreundlich ist Kümmersbruck?" seien die Viertklässler absolute Experten gewesen.

Bürgermeister Strehl sah das genauso, nachdem er die vielen Hinweise der Kinder gehört hatte. Er zollte ihnen "Riesenrespekt dafür, was ihr euch für Gedanken gemacht habt - und dass ihr euch mit eurer Heimat beschäftigt". Auch wenn das Gute überwiege, gebe es "immer was zu verbessern". Aber, auch das betonte Strehl, "alles kann man nicht ändern", in diesen Fällen müsse man eben "das Beste draus machen".

So könne man beispielsweise die Spielplatz-Ausstattung nicht alle paar Jahre austauschen. Aber das eine oder andere neue Gerät lasse sich vielleicht schon anschaffen, zum Beispiel ein Klettergerüst aus Seilen, das den Kindern besonders gut gefällt. Den Streichelzoo, den einige von ihnen gerne hätten, wird es in Kümmersbruck nicht geben - die dafür nötige artgerechte Tierhaltung sei einfach zu teuer.

Aus demselben Grund wird auch aus einem Freizeitpark im Ort nichts: "Das kann sich kein Mensch leisten." Das allerdings sei doch gar nicht so schlimm, erklärte Strehl den Kindern: Hätte man so eine Einrichtung, wäre sie nichts Besonderes mehr - wie es Ausflüge in vorhandene, weiter entfernte Parks seien.

Gute Ideen sind laut Strehl nur die halbe Miete: Wichtig sei es auch, bei deren Umsetzung mitzuarbeiten. "Es gibt immer viele Leute, die wissen es besser - aber die sieht man nie, wenn's darum geht, etwas umzusetzen". Mit diesem Hinweis ermunterte er die Kinder, sich in Schule und Vereinen zu engagieren.
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