Technik braucht Forscherinnen

Auch die Abschlusspräsentation gehörte zum Projekt. Vor Vertretern von Grammer, OTH, dem Verband der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber und dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft erläuterten und zeigten die zwölf Teilnehmerinnen des Forscherinnen-Camps ihre selbst entwickelte und als Modell gebaute ergonomische Armstütze für die Nutzung von Tablets im Auto. Bild: Steinbacher
Lokales
Kümmersbruck
10.08.2015
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Mädchen und Technik: Nein, das ist kein Gegensatz, sondern ein unbegründetes Vorurteil. Das hat das bayernweite Forscherinnen-Camp wieder bewiesen, an dem sich auch die Grammer AG und die OTH beteiligten. Genauer gesagt waren es zwölf Schülerinnen, die sich bei der Firma und in der Hochschule als angehende Ingenieurinnen versuchten.

Fünf Tage lang waren die Gymnasiastinnen und Fachoberschülerinnen aus Amberg, Neumarkt und Nürnberg von beiden Seiten unter die Fittiche genommen worden, um mit einem konkreten Projekt einmal auszuprobieren, ob ihnen ein technischer Beruf liegt. "Für mich gibt es nichts Besseres, als bei jungen Leuten die Begeisterung dafür zu fördern", begründete Thomas Jahn, Vizepräsident der Grammer-Group Research & Development, warum sein Unternehmen bereits zum sechsten Mal Gastgeber des Forscherinnen-Camps war.

Armstütze für Tablets

Aber auch mit Ferienjob-Angeboten, Praktika, Werksstudenten, ganzen Praxissemestern und einem Mentoren-Management versucht der Automobilzulieferer frühzeitig, Nachwuchskräfte für sich zu interessieren, führte Violetta Meyer vom Konzernpersonalwesen ergänzend aus. Gelegenheit dazu war am Freitag am Standort Haselmühl, als die Camp-Woche mit einer Präsentation der Ergebnisse und Hintergründe abgeschlossen wurde. Dabei schilderten die Schülerinnen in Anwesenheit ihrer Eltern und weiterer Gäste ihr Projekt und ihre ersten Erfahrungen.

Grammer und die OTH hatten sie mit der Aufgabe betraut, eine ergonomische Armstütze für den Einsatz mobiler Computer und Tablets im Auto zu entwickeln und als Modell zu bauen. Beides meisterten die Mädchen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren mit Bravour, lobten Firmen- und OTH-Vertreter. Die Frauenbeauftragte der Hochschule Amberg-Weiden, Professorin Christiane Hellbach, schilderte dennoch, dass der Anteil weiblicher Studenten in den Fächern Elektrotechnik und Maschinenbau unter zehn Prozent liegt.

Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber als Hauptsponsoren sowie das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft als Projektträger wollen mit Angeboten wie dem Forscherinnen-Camp zum selbstbewussten Umgang mit dem Thema Technik bei jungen Frauen beitragen, sie für den Ingenieursberuf begeistern und somit den Fachkräftebedarf sichern. Zudem soll die einwöchige Veranstaltung "viele Schlüsselqualifikationen stärken, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, zum Beispiel kreatives Denken, Problemlösungs- und Präsentationskompetenz", heißt es in einer Presseinformation. Auch der Zusammenhalt und das "Zusammenraufen" für die kollektive Aufgabe wurden gefördert, indem die Schülerinnen eine Woche lang in einem Hotel in Firmennähe untergebracht waren und in ihrer Freizeit gemeinsame Unternehmungen machten. Das sorgte neben dem Projektauftrag für Spaß, aber auch gegenseitiges Kennenlernen und Zutrauen in der Zusammenarbeit.

Später zurück zu Grammer

Und weil Grammer bei der bayernweiten Aktion darauf achtet, dass die zwölf Schülerinnen aus der Region kamen, besteht laut Violetta Meyer durchaus die Chance, dass die eine oder andere nach ihrem Abitur oder während des Studiums hier beim Amberg-Kümmersbrucker Automobilzulieferer landet. Weil das erste Eis eben schon gebrochen und im Idealfall großes Interesse für einen technischen Beruf geweckt worden ist.
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