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Lokales
Kümmersbruck
18.12.2014
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Vor einem Jahr erlebten viele Soldaten des Logistikbataillons 472 das Jahresende 5000 Kilometer entfernt von der Heimat, in Afghanistan. Heuer war der Jahresabschlussappell ebenso eine neu Erfahrung, er fand ausnahmsweise außerhalb der Kaserne statt.

Dass der Quartalsappell der Logistiker aus der Schweppermannkaserne auf dem Kümmersbrucker Festplatz über die Bühne ging, war eine Verbeugung vor der Garnisonsgemeinde zu deren 900-jährigem Bestehen.

Trotz des durchwachsenen Wetters fanden sich bei Fackelschein und zu den Klängen des Reservisten-Musikzugs der Bundeswehr viele Kümmersbrucker ein. Kommandeur Kampf zeichnete Soldaten für ihre Verdienste aus: Eine förmliche Anerkennung wegen vorbildlicher Pflichterfüllung erhielt Hauptmann Michael Seidler, eine Dankurkunde Oberstabsfeldwebel Franz Schramayr, der als Reservist verabschiedet wurde. Befördert wurden in den nächsthöheren Dienstgrad: Feldwebel Sebastian Blau, Feldwebel Nadja Weinhold, Oberfeldwebel Christian Mücke, Hauptfeldwebel Günter Ludwig Hölldobler und Leutnant Paul Schmidt. Mit einem dreifachen "Horrido Joho" gratulierten die Kameraden.

Oberstleutnant Matthias Kampf sah für seine Soldaten ein "ereignisreiches Jahr" zu Ende gehen. Es sei Zeit, zur Ruhe zu kommen. Der Kommandeur erinnerte an den Wechsel in der Bataillonsführung am 15. Mai, an die Leistungen des Bataillons, "auf die wir mit Recht stolz sind".

"Obwohl der Standort Kümmersbruck in der neuen Struktur der Bundeswehr seinen festen Bestand hat, musste das Logistikbataillon 472 zwei seiner Kompanien mit dem 1. Juli auflösen", blickte Kampf auch auf weniger Positives zurück. Dabei sei mit der 6. Kompanie eine wesentliche logistische Fähigkeit - der Umschlag an Häfen und Flughäfen - verlorengegangen. Das Bataillon sei zudem um Fernmeldezug und Stabsanteile verkleinert worden. Zudem habe es eine neue Aufgabe bekommen: Nicht mehr allein die Abstellung von Logistikexperten und logistischen Fähigkeiten in nahezu alle Einsatzgebiete stünde nunmehr im Fokus, sondern das Herstellen der Befähigung, als Speerspitze der Nato bei der schnell verfügbaren Eingreiftruppe (Nato Response Force) zu wirken.

Wieder nach Afghanistan

Das Jahr 2015 habe ein "äußerst sportliches Programm": Ab Juni heißt der Auftrag, die materielle Rückverlegung der in Mazar-e-Sharif stationierten deutschen Kräfte zu übernehmen. Parallel dazu soll das Bataillon die Zusammenarbeit in der Logistik üben. Ende September geht die Einheit nahezu geschlossen nach Saragossa (Spanien), Portugal und Italien, um die deutsche Beteiligung an der seit mehreren Jahren größten Nato-Übung logistisch zu unterstützen. Und schließlich sei das Bataillon in vielschichtiger Weise eingebunden in das Leben in der Gemeinde Kümmersbruck, in seine Vereine und Verbände, mit seinen Familien - "ein Teil von Kümmersbruck eben".

Wie der Bundespräsident

Der Kümmersbrucker Bürgermeister Roland Strehl lobte die Entscheidung, "den Abschlussappell öffentlich, im Schulterschluss mit der Kümmersbrucker Bevölkerung abzuhalten". Er sei "stolz und dankbar", dass die Beziehungen zwischen Gemeinde und Logistikbataillon "weit über das hinausgehen, was man gemeinhin als gesellschaftsmäßig bezeichnet". Bei der Kommandoübergabe am 15. Mai sei er sich beim Abschreiten der Ehrenformation fast vorgekommen wie der Bundespräsident auf Staatsbesuch.

"Ihr, liebe Soldatinnen und Soldaten, seid ein Teil von uns", schloss Strehl aus den vielen gemeinsam erlebten Stunden im Laufe des Jahres 2014. Sie zeigten aber auch: "Hier in Bayern, hier bei den oft als verschlossen bezeichneten Oberpfälzern und vor allem hier in Kümmersbruck wird die Bundeswehr als wichtiger Partner anerkannt." Zum Schluss gab es Glühwein und Stollen für Soldaten und Kümmersbrucker. Auch das war ein verbindender Teil des Appells.
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