Vollsperrung bleibt

Lokales
Kümmersbruck
19.05.2015
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Die Vollsperrung der Kreisstraße AS 27 in der Ortsdurchfahrt von Kümmersbruck beschäftigt das Vilstal: Das haben die Verantwortlichen den Reaktionen von Anwohnern und umgeleiteten Kraftfahrern entnommen. Trotzdem bleibt es dabei - denn nur ohne Durchgangsverkehr kann man den Ausbau schnellstmöglich erledigen.

Dass das Großprojekt Anlieger der AS 27 und Verkehrsteilnehmer, die zwischen Amberg und dem Vilstal unterwegs sind, nervt, wissen die Verantwortlichen. Aber das lässt sich bei einem so umfassenden Ausbau einfach nicht verhindern, lautete das Fazit bei einem Ortstermin. Landratsamt und Gemeinde Kümmersbruck hatten diesen kurzfristig am Montag anberaumt, um mögliche noch bestehende Fragezeichen aus der Welt zu schaffen, wie Kreis-Pressesprecherin Christine Hollederer sagte.

Die Vorgeschichte gehe bis ins erste Amtsjahr von Landrat Armin Nentwig zurück, erläuterte Kümmersbrucks Bauamtsleiter Werner Bauriedl: Damals seien Überlegungen angestellt worden, durch die Verlegung der Kreisstraße und Überquerung der Bahnlinie eine Verbindung von Kümmersbruck zu den Amberger Franzosenäckern zu schaffen. Dabei habe man festgestellt, dass der Zustand der AS 27 innerorts nicht mehr zeitgemäß war. Die Bahn-Überquerung sei inzwischen nach hinten gerückt, merkte Bauriedl an - "als zweiter Bauabschnitt" sei sie "auf später" verschoben worden.

Dafür wurde der Straßen-Ausbau in der weiteren Planung zu einem größeren Vorhaben, weil Kümmersbruck die Gelegenheit nutzen wollte, gleich einen neuen Kanal unterzubringen. Inzwischen haben sich auch noch einige Versorger eingeklinkt, informierte Markus Simon, der Leiter des Tiefbauamts am Landratsamt: Stadtwerke (Gas), Bayernwerk (Strom), Telekom und Kabel Deutschland (Telekommunikation).

Überrascht zeigten sich die Verantwortlichen über kritische Stimmen, die in den vergangenen Wochen laut geworden waren. Wie Rainer Rubenbauer vom mit Planung und Bauleitung betrauten Büro "Umwelt + Tiefbau Ingenieure Amberg" anmerkte, habe man für das Projekt zwei Jahre lang Grundstücksverhandlungen geführt - "da ist mit Sicherheit mit jedem geredet worden". Bei diesem Straßenausbau sei es technisch nicht sinnvoll, in Teilabschnitten vorzugehen, betonte er. Zumal es gelungen sei, alle Spartenträger, also die Ver- und Entsorger, zusammenzubringen, was eher selten möglich sei. So verlege im Zuge der Maßnahme beispielsweise das Bayernwerk 15 Kabel, was in einem Stück geschehen müsse, und die Telekom erledige einen sehr aufwendigen Schachtumbau.

"Es schreien immer außen sehr viele, die durchwollen", spielte Rubenbauer auf manch kritische Autofahrer-Stimme an. Die am Bau Beteiligten hätten aber in erster Linie die Anwohner im Blick - und denen sei durch die Totalsperrung am Ende mehr geholfen, weil diese die Bauzeit einfach kurz halte. Die Verkehrssicherheit innerhalb der Baustelle sei ein weiterer Punkt: Diese zu gewährleisten, sei bei Durchgangsverkehr sehr schwierig.
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