Weg zum WC schwierig

Lokales
Kümmersbruck
31.01.2015
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Nicht nur die Bürger suchen bislang vergeblich nach einem öffentlichen WC in Kümmersbruck. Auch der Gemeinderat tut sich schwer damit. Weil selbst die "nette Toilette" ihre Tücken hat.

Es ist schlichtweg nicht so einfach, den richtigen Ort für das Örtchen zu finden. 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm hatte das Thema bereits 2014 aufs Tapet gebracht, Gemeinderat Seniorenbeauftragter Werner Cermak bohrte jetzt in der Bürgervertretung mit einem Antrag nach, "um die Verhandlungen in Schwung zu bringen", nachdem eine Zeit Ruhe geherrscht hatte. Die Gemeinde sollte sich, so schlug Cermak mit einem Antrag vor, an der Aktion "Nette Toilette" beteiligen. Diese gebe es bereits in rund 200 Kommunen. Cermak wollte geklärt sehen, ob sich die Gemeinde daran beteiligen will. Das würde bedeuten, dass Gaststätten oder sonstige Einrichtungen ihre Toiletten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, gegen einen Zuschuss der Gemeinde.

CSU-Sprecher Markus Graf vermutet wenig guten Aussichten, das mit Wirten zu organisieren. Es sei vor allem eine Frage der Reinigung, glaubt er. Er schlug stattdessen vor, die Gemeinde sollte selbst ein WC-Häuschen bauen - oder gar eine selbstreinigende Toilette mit geschätzten Kosten von rund 120 000 Euro. Das fand Josef Vogl (CSU) "eine gute Idee". Auch er glaubt nicht, "dass es einen Gastronom gibt, der seine Toilette zur Verfügung stellt". Und überhaupt: "Öffentliche Toiletten zu reinigen, ist kein Spaß." Wenn sich überhaupt ein Wirt beteilige, dann würde der wohl von der Gemeinde auch viel Geld dafür verlangen, seine Toiletten auch öffentlich zugänglich zu machen. "Bei 100 Euro monatlich wurde mir lachend abgewunken", schilderte Vogl seine Erfahrungen. So wäre es langfristig wohl rentabler, selbst eine öffentliche Toilette zu bauen, als hohe monatliche Zahlungen an Wirte zu leisten. Veronika Frenzel (SPD) meldete Bedenken an, dass sich das nicht rentiere.

Bauamtsleiter Werner Bauriedl bezeichnete die öffentliche Toilette "als schwierige Sache", Birgit Singer-Grimm hält es dennoch für gut, "mit Wirten zu reden, aber auch mit anderen Geschäftsinhabern". Bezüglich eines möglichen Standorts für eine gemeindeeigene Toilette ist noch alles in der Schwebe.

Herbert Breitkopf (SPD) hatte die Idee, das ehemalige Gelände der Firma Uschold in Haselmühl-Ortsmitte ins Auge zu fassen. Bürgermeister Roland Strehl schlug am Ende vor, zunächst mit den Wirten zu sprechen und dann den nächsten Schritt zu tun. Er wies aber schon einmal darauf hin: "Billig ist das alles nicht."
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