Weniger Lärm, weniger Flächen

Lokales
Kümmersbruck
20.12.2014
2
0

Die Westumfahrung - noch immer ist sie nicht gebaut, noch immer hält die Interessengemeinschaft "Ortsdurchfahrt entlasten - Natur erhalten" sie für ein unsinniges Projekt. Auch beim Jahresabschluss der IG war die Westumfahrung wieder ein Thema.

"Unser Widerstand gegen dieses naturzerstörende, kostenintensive und unsinnige Projekt hat sich bis jetzt schon ausgezahlt", betonte IG-Sprecherin Freya Zobel. Sie blickte auf die Ereignisse zur geplanten Umfahrung in diesem Jahr zurück und erwähnte den zweiten Erörterungstermin für eine Teiländerung der Trasse im Januar.

Probleme für Amberg

Mit der neuen Planung wolle die Planungsbehörde jedes Risiko vermeiden und habe deshalb auf die Vilsspange verzichtet und auch darauf, dass die Umgehung wieder auf die Vilstalstraße führt. Dass der gesamte Verkehr über Bayernwerk- und Werner-von-Siemens-Straße geleitet werden soll, bringe vor allem für die Stadt Amberg große Probleme. Dennoch sprach Zobel von einer deutlichen Verbesserung durch die neue Planung. Die Bewohner der Utzhütte müssten nicht mehr den Lärm der nahen Vilsquerung fürchten, der Flächenverbrauch werde um circa sechs Hektar gesenkt. All dies wertete Zobel als einen Erfolg, den die IG in den letzten Jahren erreicht habe.

Im ersten Quartal 2015

Für die Zukunft kündigte die Sprecherin an, dass die IG aufmerksam verfolgen werden, wie und wann die neue Mehrheitsfraktion im Gemeinderat das angekündigte Ratsbegehren zur Westumfahrung umsetzen werde. Zunächst aber konzentriere man sich auf den neuen Termin für den Planfeststellungsbeschluss. Diesen habe die Regierung für das erste Quartal 2015 angekündigt.

Rechtsanwalt Sarnowski äußerte Zweifel, ob die jetzt zur Genehmigung vorliegende Planung formaljuristisch korrekt ist. Seiner Meinung nach hätte der Plan komplett neu aufgestellt werden müssen, da es sich nicht um eine "unwesentliche Änderung" - wie die Regierung meint - handelt. Des Weiteren sei "der Charakter einer Umgehungsstraße nicht mehr gegeben, weil diese entgegen der bisherigen Planvorgaben nicht mehr auf die Vilstalstraße zurück führt". Da die Entlastungswirkung für die Ortsdurchfahrt durch diese Planänderung deutlich vermindert werde, werde auch das ursprüngliche Ziel, eine maximale Verkehrsentlastung zu erreichen, aufgegeben. Nicht zuletzt schaffe die jetzige Planung einen weiteren Autobahnzubringer für Amberg und zwei große Unternehmen. Deshalb habe er Zweifel, "ob die Bürger von Kümmersbruck überhaupt an der Finanzierung beteiligt werden dürfen", sagte er. Helmut Kraus fügte an, dass nach seinen Recherchen für den noch im Bau befindlichen Supermarkt 1000 Kunden pro Tag erwartet würden. "Das bedeutet auch 1000 Pkw mehr, die sicher nicht die Westumfahrung benützen, sondern die kürzere Strecke durch den Ort nehmen."
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.