Wettermann rotiert wie Tornado

Tornados und große Gewitterwolken zeigte Andy Neumaier den Viertklässlern von Kümmersbruck nur auf Bildern am Beamer. Aber der Wetterexperte der Amberger Zeitung, der seine Vorhersagen jeden Freitag auf den Kreisseiten des Lokalteils veröffentlicht, traf mit seinem kindgerechten Vortrag ins Schwarze. Die Schüler strahlten am Ende wie die Sonne. Bild: Steinbacher
Lokales
Kümmersbruck
13.07.2015
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Potzblitz, das schlug ein: Der Wetterexperte der Amberger Zeitung, Andy Neumaier, besuchte die Grundschule Kümmersbruck und ließ viel von seinem Fachwissen zum Thema Gewitter und Tornados aufblitzen. Das interessierte die blitzgescheiten Viertklässler nämlich brennend.

Klar rührte die stürmische Begeisterung von aktuellen Ereignissen und manchem Hitzegewitter samt Orkanböen der jüngsten Tage. Darüber und vor allem über das Phänomen der Tornados auch in Deutschland berichteten zuletzt viele Medien, ohne allerdings über die Entstehung solcher Extreme allzu viele Hintergründe zu bringen.

Anders die AZ, die Andy Neumaier erst im Juni auf ihrer dritten Seite "Themen des Tages" über Tornado-Ursachen und -Gefahren berichten ließ. Am Freitag setzte der Wetterexperte sozusagen seinen Unterricht darüber fort, allerdings natürlich in kindgerechter Form vor den Klassen 4a und 4b mit ihren Lehrerinnen Kerstin Gloß-Seits und Birgid Nefe. Dabei musste Neumaier seinen hauptsächlich um das Thema Wirbelstürme und Gewitter rotierenden Vortrag immer wieder unterbrechen, weil die Schülerfragen dazu nur so auf ihn einprasselten.

Aufklären und warnen

Klar kam das durch die ebenso faszinierenden wie erschreckenden Bilder von diesen Wetterextremen in den Medien. Wobei sich auch die Frage stellte, ob Tornados in unseren Breitengraden in jüngster Zeit zugenommen haben oder ob sie nur stärker wahrgenommen werden als vorher. Andy Neumaier glaubt Zweiteres. Auch früher schon gab es nach seiner Auskunft 20 bis 30 Tornados im Jahr in verschiedensten Gegenden Deutschlands.

Heute sind es nicht allzu viele mehr, wiewohl der Meteorologe einschränkt, dass klimatische Veränderungen einen leichten Anstieg verursacht haben könnten. Was aber sicher der Fall sei: Mit Handys und anderen Kameras würden diese Phänomene heute viel öfter im Bild festgehalten als früher und tauchten schon deshalb vermehrt in den Nachrichten auf. Neumaier zeigte ebenfalls kurze Filmsequenzen von Tornados in Deutschland, nicht nur um seine Erläuterungen zu visualisieren, sondern auch um die unbändige Naturgewalt plakativ darzustellen. Und er warnte die Kinder natürlich eindringlich davor, trotz aller Faszination einem solchen Sturm zu nahe zu kommen.

Selbst in einem Haus sollte man nicht am Fenster stehen bleiben, um zu beobachten, weil herumwirbelnde Trümmer durch die Scheibe fliegen könnten. Sicherer ist es laut Neumaier, hinter festen Mauern nach Möglichkeit ohne Fenster oder gar im Keller Schutz zu suchen. Der Meteorologe, der neben seinen Medien-Jobs mit eigener Firma hauptberuflich als staatlich geprüfter Wetterbeobachter beim Geophysikalischen Beratungsdienst der Bundeswehr für das Kampfhubschrauber-Regiment in Niederstetten arbeitet, schürte aber keine Panik. Im Gegenteil gab er neben seinen sachlichen Erläuterungen Tipps zum richtigen Verhalten, auch bei Gewitter mit Blitz, Donner und Hagel. Das jagte den Kindern keine Schauer über den Rücken, sondern nahm dem mitunter etwas spektakulär aufgeblähten Thema den Wind aus den Segeln.

Frösche für Wetterfrosch

Dabei hatte Andy Neumaier selbst Bammel, wie er zugab. Er musste zwar schon viele Vorträge übers Wetter und seine Extreme halten, stand aber zum ersten Mal vor einer Schulklasse. Dass er seinen Auftritt gut hinbrachte, sah er nicht nur an den nicht enden wollenden Fragen, sondern auch am Strahlen. Nicht die Sonne ist gemeint, sondern die Gesichter der wissbegierigen Kinder, die eine ganze Menge mehr über Tornados und Co. gelernt haben. Klar bekam der jugendlich wirkende Meteorologe (37) zum Dank ein kleines Geschenk: Gummibärchen-Frösche für den aus Mitterteich stammenden Wetterfrosch.
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