Wo der Lehrer noch was lernt

Sie erläuterten, was beim 55. Amberger Seminar alles geplant ist (von links): BLLV-Pressereferentin Tanja Fahrnholz, der Kümmersbrucker Rektor Heinz Lang, der stellvertretende BLLV-Bezirksvorsitzende Albert Schindlbeck, Maria Pfeiffer, Referentin Berufswissenschaft, BLLV-Bezirksvorsitzende Ursula Schroll, Referentin Katja Meidenbauer und Rainer Kaleschke, der Organisationsleiter vor Ort. Bild: e
Lokales
Kümmersbruck
18.11.2015
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Jeder, der in einer Schule war, weiß es: Die Lust aufs Lehrerdasein vergeht einem manchmal gehörig. Das Amberger Seminar will jetzt zeigen, wie man sie wiederentdecken kann.

Das Amberger Seminar ist die größte Fortbildungsveranstaltung für Lehrer an Grund-, Haupt- und Mittelschulen sowie Förderlehrer im ostbayerischen Raum. Dazu erwartet werden am Freitag, 20., und Samstag, 21. November, in der Kümmersbrucker Mittelschule Lehrer, Schulleiter, Seminarleiter, Lehramtsanwärter, Erzieherinnen sowie Verwaltungsangestellte.

30 Verlage kommen

Es ist das 55. Amberger Seminar. Im Schnitt haben 700 Lehrer teilgenommen. Zum 15. Mal ist Wolfgang Prasse für die Verlagsbetreuung verantwortlich, 30 Verlage werden dieses Mal vertreten sein. "Das sind 138 Tische", sagte Prasse, "oder umgerechnet rund 190 Meter pralle Information und Wissen." Unter den 30 Verlagen - mehr seien in der veränderten Branchenlandschaft nicht mehr möglich - befänden sich sechs neue.

80 Prozent aller bayerischen Pädagogen seien weiblich, sagte der stellvertretende BLLV-Bezirksvorsitzende Albert Schindlbeck. Da ist es beinahe logisch, dass bei dem zweitägigen Seminar auch eine Kinderbetreuung angeboten wird.

Das facettenreiche Programm des Seminars umfasst über 35 Workshops: von brisanten Themen wie "Umgang mit Flüchtlingskindern in der Schule" über "Initiierung und Präsentation von Lernergebnissen" hin zu "Lernentwicklungsgespräche" oder Fortbildungen für einzelne Fächer sowie pädagogische Themen wie Umgang mit Konflikten und - nicht zuletzt - Lehrergesundheit!

Am Thema Flüchtlinge, bekundete die BLLV-Bezirksvorsitzende Ursula Schroll, käme man nicht vorbei. Ganz oben stehe das Erlernen der deutschen Sprache, gleichwohl dürften die Lehrer nicht alleingelassen werden. Darüber hinaus würden Dolmetscher und Psychologen benötigt; auch bei den Lehrern mache sich angesichts der Gesamtsituation eine gewisse Unsicherheit breit. Erfreulich sei, dass der Landtag im Nachtragshaushalt 168 Millionen Euro bereitgestellt habe und dass 730 Stellen für Grund- und Hauptschulen sowie 350 Stellen für die Berufsschulen geschaffen worden seien. "Wir unterrichten Kinder und keine Fächer", sagte die Vorsitzende.

Lust aufs Lehrerdasein

Das "motivierende" Hauptreferat ist am Samstag von 11 bis 13 Uhr anberaumt. Diplompädagoge Clemens Wagner referiert über die "Lust aufs Lehrerdasein" - oder auch über das Wiederentdecken der Lust aufs stressige und fordernde Lehrerdasein. Da habe man vielfältige Aufgaben mit dem Schwerpunkt des Agierens als Lehrer in und mit der Klasse, aber auch, die Schüler zu motivieren, zu fördern und zu fordern, sowie für sie da zu sein. Zugleich sei ein Lehrer Teil des Kollegiums, müsse sich um den Lehrplan, Konferenzen, die Gestaltung des Schullebens kümmern, Kontakte pflegen, mit den Kollegen zusammenarbeiten, aber auch mit den Eltern sowie außerschulischen Experten und Partnern.

Die große Frage: Wie kann man das alles bewältigen, ohne die Lust am Lehrerdasein zu verlieren? Auf diese Frage versucht Clemens Wagner in seinem Vortrag Antworten zu geben. Um dadurch die Lust aufs Lehrerdasein wiederzuentdecken.
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