Zeigefinger Gottes strahlt

Lokales
Kümmersbruck
11.12.2014
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Der Kirchenpfleger hat sich "schon ausgemalt, wie es aussieht, wenn Schnee liegt und die Leute zur Christmette gehen". Bei der Inbetriebnahme der neuen Außenbeleuchtung von St. Antonius am Dienstagabend fehlten diese besonderen Begleitumstände noch. Trotzdem verstanden alle, die dabei waren, warum Klaus Pleyer von einem Gänsehautgefühl sprach.

Tatsächlich konnten sich die Zaungäste ein beeindrucktes "Oh" nicht verkneifen, als die Scheinwerfer eingeschaltet wurden: Dass der Applaus gedämpft ausfiel, lag nur an den wegen der eisigen Kälte behandschuhten Händen. "Wie an Weihnachten", kommentierte Bürgermeister Strehl begeistert. "Absolut genial" lautete sein Urteil zur Umsetzung einer Idee von Kirchenpfleger Pleyer: Wie andernorts schon längst üblich, könne man doch auch die so schön hergerichtete Kirche in Kümmersbruck durch eine Außenbeleuchtung in Szene setzen.

Ein Vergelt's Gott sagte Pfarrer Wolfgang Bauer dafür, dass die Gemeinde die Kosten für die Installation der Technik in Höhe von 6500 Euro übernommen hat. Vier große und drei kleine Strahler sind es, wie Klaus Pleyer ergänzte. Für Erstaunen sorgte er mit dem Hinweis, die eingesetzte LED-Technik komme mit insgesamt nur 180 Watt aus - und dem "einleuchtenden" Vergleich, "im Wohnzimmer brannte früher eine 100-Watt-Glühbirne". Insofern werden sich auch die Stromkosten mit geschätzt rund 80 Euro im Jahr in Grenzen halten. Etwa vier Stunden soll die Kirche ab sofort ganzjährig jeden Abend angestrahlt werden.

"Es ist für einen Ort nicht schlecht, wenn der Kirchturm beleuchtet ist", meinte Pfarrer Bauer - als "Zeigefinger nach oben", der dazu einlade, "auf Gott hinzuschauen und in sich zu gehen". Strehl verriet, dass dieses Projekt einer der ersten Anträge gewesen sei, die ihn gleich nach seiner Wahl erreicht hätten. In der Debatte im Gemeinderat sei gleich klar geworden, "da wollen wir uns einbringen". Der Nutzen für die Attraktivität des Ortes sei sicher noch höher als der alleine für die Pfarrei. Das Geld sei also gut angelegt, betonte Strehl.

Während Kirchenpfleger Pleyer von der Vorstellung schwärmte, wie schön die angestrahlte Kirche im Schnee aussehen wird, blickte der Gemeindechef schon ins Frühjahr: Dann soll nämlich im Zuge der Dorfplatz-Neugestaltung ein nahe gelegenes Gebäude abgerissen werden, was dann ganz neue Sichtachsen schaffe: "Die Kirche rückt dann wieder näher ins Dorf. Vorher war sie von dort aus fast nicht zu sehen." Pleyer sprach begeistert von einem "vorgezogenen Weihnachtsgeschenk der Gemeinde". Und hörte von Strehl prompt die von einem Augenzwinkern begleitete Entgegnung, "es gibt dann fei etz nix mehr zu Heiligabend".
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