Ziel: Autos und Kinder trennen

Lokales
Kümmersbruck
06.05.2015
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Es geht um mehr Sicherheit für die Schulkinder. Dafür dreht Kümmersbruck einen ganzen Parkplatz um. Eine Kleinigkeit, verglichen mit dem Mammutprojekt nebenan - der Sanierung des Hallenbads. Um dessen Stellplätze handelt es sich.

Gerade weil hier momentan ohnehin schon gebaut wird, könnte man Synergieeffekte nutzen: So kommentierte Bürgermeister Roland Strehl im Gemeinderat den entsprechenden Antrag der SPD auf Umgestaltung des Bad-Parkplatzes. Bauamtsleiter Werner Bauriedl erinnerte daran, dass es solche Überlegungen schon 2007 gegeben habe. Diese seien dann aber immer wieder zurückgestellt worden.

Das Problem bei diesem Parkplatz ist, dass Autos auf dem Weg zu den Stellflächen über die Spur fahren, die auch die Busse nutzen, um die Schulkinder ein- und aussteigen zu lassen. Dadurch, berichtetete Bauriedl, "kommt es immer wieder zu kritischen Situationen". Deshalb wolle man jetzt die Idee wieder aufgreifen, die Parkplätze von der anderen Seite her zu erschließen und den Bus-Bereich komplett abzutrennen. Das, meinte Bauriedl, könne man durchaus auch erst einmal provisorisch einrichten, um auszuprobieren, "wie sich das in der Praxis bewährt". Grundsätzlich müsse eigentlich die ganze Fläche umgestaltet werden, weil dort inzwischen vieles marode sei. Wie viel das kosten würde, sei aber noch nicht ermittelt.

"Wir haben uns das nicht so aufwendig vorgestellt", konkretisierte SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Moser. "Es sollten keine unnötigen Kosten entstehen." Es genüge, den Parkplatz-Verkehr einfach spiegelverkehrt laufen zu lassen: "Oben zumachen, unten, zur Gabelsberger Straße hin, auf", lautete sein pragmatischer Vorschlag. "Sehr gut" fand es CSU-Sprecher Markus Graf, dieses Thema im Zuge des Bad-Umbaus gleich mit anzupacken. Sein Fraktionskollege Josef Vogl sah das genauso, sprach sich aber gegen ein Provisorium mit Zäunen aus - "weil 50 Prozent der Autofahrer nicht rangieren können". Angesichts der Größe moderner Autos werde man wohl nicht umhin kommen, die Stellplätze komplett nach Osten zu verlagern.

Von einem für eine Testphase alternativ ins Spiel gebrachten Halteverbot riet Stefan Roggenhofer (CSU) ab: Eine solche Anordnung gelte beispielsweise in Amberg in der Fuggerstraße, bei der Realschule - "das interessiert keinen Menschen". Autofahrer müsse man "wirklich zwingen", wenn man etwas erreichen wolle.

Bürgermeister Strehl schlug vor, die Stellplatz-Erschließung von der anderen Seite einfach mal auszuprobieren und sie, falls sie sich bewährt, in den nächsten Haushalt aufzunehmen. "Heuer geht's eh nicht mehr." Am Ende einigte sich der Rat darauf, den Abschluss der Badsanierung abzuwarten, um dann zum Schulbeginn im Herbst testweise das Provisorium anzulegen.
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