Bürgermeister: Seniorenwohnen braucht Expertise
"Die Gemeinde kann das nicht"

Politik
Kümmersbruck
14.09.2016
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Wie wollen die Kümmersbrucker im Alter wohnen? Die Gemeinde hat sich per Fragebogen bei den Bürgern erkundigt. Ergebnis dieser Aktion: Es besteht "ein Riesenbedarf" an seniorengerechtem Wohnraum, wie Bürgermeister Roland Strehl im AZ-Gespräch bilanziert.

"Wenn wir nur zehn Prozent davon umsetzen wollten", brauche man auf einen Schlag zig Wohnungen, verdeutlicht Strehl auf Nachfrage. Dass Kümmersbruck auf diesem Gebiet Nachholbedarf hat, ist unumstritten im Gemeinderat. Nur wer dabei gefordert ist, darüber streiten sich die beiden Fraktionen des Gremiums.

Während die SPD die Meinung vertritt, die Gemeinde sollte die Seniorenwohnungen selbst bauen und Träger sein, sind die CSU und auch Bürgermeister Roland Strehl überzeugt, dass dies ein Investor tun sollte. "Das ist nicht Aufgabe einer Gemeinde", betont Strehl: "Das können wir nicht stemmen." Wobei das Finanzielle nur ein Aspekt ist. Eine Kommune sei bei diesem komplexen Thema einfach kein Experte und sollte es deshalb besser Fachleuten überlassen, meint der Bürgermeister.

Ihm schwebt ein Auswahlverfahren vor, das einen Investor ausfindig machen soll, der "die Vorstellungen der Gemeinde bestmöglich umsetzt". Er beschreibt die Dimension: "Wir reden da über acht bis neun Millionen Euro, die man investieren muss. Die hab' ich nicht. Das ist die Wahrheit." Ganz abgesehen von der Expertise. "Da brauchen wir einen Großen, der das mit uns macht."

Strehl hofft immer noch, die derzeit gegensätzlichen Meinungen im Gemeinderat unter einen Hut zu bringen. Klar sei aber auch, "wir müssen jetzt mal in das Verfahren einsteigen". Er drückt deshalb aufs Tempo: "Die Grundsatzentscheidung muss heuer noch fallen." Strehl sieht sich dabei auf dem richtigen Weg. In der Bevölkerung habe er "noch nie einen getroffen, der sagt, das muss die Gemeinde machen". Das wäre auch falsch, davon ist er überzeugt: "Jede Gemeinde, die das selbst macht, erleidet Schiffbruch." In Hirschau funktioniere dies auch nur wegen der Millionen-Unterstützung durch die Firma Conrad: "Eine Gemeinde kann das nicht - wir sind keine Unternehmer."
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