Bürgerversammlung in Kümmersbruck
Gemeinde gibt viel aus

Politik
Kümmersbruck
03.06.2016
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Flüchtlinge, Hallenbad, Seniorenwohnen: Sehr breitgefächert waren die Themen bei der Bürgerversammlung in Kümmersbruck. Die Gemeinde hat einiges vor. Und muss dafür viel Geld ausgeben.

Das Gemeindeoberhaupt nutzte die Versammlung zu einem aktuellen Überblick über die Situation der Gemeinde. Diese habe zum 30. Juni 2015 offiziell 9777 Einwohner gehabt. Damit sei die Größe "unter 9800 Einwohner gefallen", werde aber bei der nächsten Zählung "aufgrund aktiver Baupolitik und Flüchtlinge wieder drüber sein", wie Strehl prophezeite. Er räumte aber auch ein: Die 10 300 Einwohner, die Kümmersbruck einmal hatte, "werden wir nicht mehr erreichen". Dabei sei die demografische Entwicklung recht günstig, was die Geburten betrifft. 93 wurden 2015 registriert, was laut Strehl viel ist. Diesem Zuwachs stehen 119 Sterbefälle gegenüber.

Der Bürgermeister kündigte eine Fülle künftiger Maßnahmen an. Die alte Vilsbrücke in Theuern sei nur noch für zehn Tonnen zugelassen. Der deshalb nötige Neubau ist nach Strehls Worten 1,5 Millionen Euro der größte Posten unter den nächsten Projekten. Um Nachfragen Ansiedlungswilliger befriedigen zu können, seien im Gewerbegebiet Theuern Tiefbaumaßnahmen für 450 000 Euro vorgesehen.

Beim Großprojekt Hallenbad stehe der Abschluss bevor. Dieser sei mit 490 000 Euro zu veranschlagen, sagte Strehl. Zu angeblich hohen Defiziten dieser Einrichtung wollte er nichts sagen. Solche Verluste wären aber durch das zweite Becken nicht zu erwarten, weil auch mehr Besucher kämen, meinte er. Im Schnitt sei das Bad mit rund 6000 Besuchern monatlich ausgelastet. Belastbare Zahlen gebe es in einem Jahr, kündigte Strehl an.

"Eine Stange Geld" koste die Sanierung des Sportbodens in der Rudolf- Scheuerer-Halle: "Da müssen wir was tun." Rund 350 000 Euro müsse man voraussichtlich ausgeben. "Noch den Charme der 70er-Jahre" verströmten der Pausenhof der Schule und deren Sicherheitseinrichtungen. Hier müsse man mit Investitionen von rund 300 000 Euro rechnen. Anpacken müsse man zudem die Kanalsanierungen (200 000 Euro), in Grunderwerb im Gewerbegebiet Theuern müssten 200 000 Euro investiert werden. Fast fertig sei die Planung für den Dorfplatz/Zu den Linden. Rund 150 000 Euro sind dafür vorgesehen, ebenso viel für den DSL-Ausbau, wovon aber 80 Prozent der Staat übernehme.

"Unter der Prämisse, dass das Projekt auch gefördert wird", sicherte Strehl der Dorfgemeinschaft Moos die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses oder -stodls zu (rund 160 000 Euro). Der Neubau eines Lagers, einer Werkstatt und der Jugendräume der FFW Kümmersbruck (200 000 Euro) werde ebenfalls angegangen.

Im BlickpunktSchon lange diskutiert wird in Haselmühl eine öffentliche Toilettenanlage: Sie soll auf dem Parkplatz gegenüber der Blauen Traube errichtet werden. Auch darauf ging Bürgermeister Roland Strehl bei der Bürgerversammlung ein.

Über die Notwendigkeit waren sich im Grunde alle einig, allein die Kosten für die WC-Anlage haben bei einigen Bauchschmerzen verursacht: 130 000 Euro sind dafür vorgesehen. "Wir werden uns das leisten", sagte Strehl: "In vielen Gemeinden ist das Standard." Man habe damit künftig eine technisch bestens ausgereifte Toilettenanlage. Mit der Einweihung könne im Sommer dieses Jahres gerechnet werden.

Die "unbefriedigende Unterbringung" der Gemeindearbeiter im Bauhof Lengenfeld brachte Strehl ebenfalls zur Sprache ein. Die bestehenden Gebäude sollten mittelfristig saniert werden. Man rechne mit einem Aufwand von 50 000 Euro. Seit Jahrzehnten schon nicht mehr leistungsfähig ist die Brücke in Gärmersdorf. Dort müssen laut Strehl die begonnen Arbeiten fortgesetzt werden. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED müsse man ebenfalls forcieren. Bei den Kindergärten steht die Erneuerung der Außenanlagen in Theuern (50 000 Euro) an. "Wir werden aber auch an St. Raphael denken müssen", erklärte Strehl. Er erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die Kinderkrippen im Gemeindegebiet "bis auf den letzten Platz" belegt seien. (e)


Keine ProblemeAuch das Thema Flüchtlinge sprach Bürgermeister Roland Strehl bei der Bürgerversammlung an. Nach seinen Worten schwanke ihre Zahl: Wöchentlich seien zwischen 80 und 90 Asylsuchende in Kümmersbruck untergebracht. Zur Zeit sei der Zustrom verhalten - gleichwohl gebe es keine Entwarnung. Niemand könne sagen, wie es weitergeht. Ein erneut ähnlich großer Zustrom, wie es ihn in Deutschland schon gegeben habe, sei nicht auszuschließen. Der Schlüssel hierzu liegt laut Strehl in der Türkei. "Mit unseren 80 bis 90 Flüchtlingen haben wir fast keinerlei Probleme" betonte der Bürgermeister. Er führt dies auch auf die dezentrale Unterbringung zurück. (e)
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