CSU fragt sich: Wie viel Frau darf man sein
Typisch weibliche Fehler

Natürlich dürfen Frauen Frauen sein, auch in Beruf und Politik. Michaela Frauendorfer riet aber zu mehr Selbstbewusstsein. Bild: e
Politik
Kümmersbruck
19.05.2016
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Das Thema ist, schon allein an der Zahl der (weiblichen) Besucher gemessen, offensichtlich brisant: "Wie viel Frau darf man sein?" Diese prinzipielle Frage versuchten die Kümmersbrucker Frauen- und die Junge Union zu beantworten.

Mehr Selbstbewusstsein


2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm sah sich in der komfortablen Ausgangsposition, von engagierten Kümmersbrucker CSU-Frauen sprechen zu können. Die Quintessenz des Abends war, dass es miteinander (mit den Männern) wohl am besten geht, dass die Frauen auch zu 100 Prozent Frauen sein dürfen - nur eben selbstbewusster - und dass das Netzwerken bei der Frauen-Union Stadt und Land trefflich funktioniert. Darüber wurde ausgiebig diskutiert.

Harmonie hilft nicht weiter


Im Impulsreferat von Michaela Frauendorfer ging es um das richtige weibliche Auftreten in Beruf, Politik und Freizeit - die sogenannten Hard Skills. Bescheidenheit sei hier oft die falsche Tugend und auch das offenbar stets weibliche Bedürfnis nach Harmonie bringe Frauen in Beruf und Politik nicht richtig weiter.

Es gelte, eigene Erfolge beim Namen zu nennen, Netzwerke zu pflegen sowie konsequent und top vorbereitet die eigenen Positionen zu vertreten - "auch wenn's schwer fällt", erklärte Frauendorfer dem ausschließlich weiblichen Auditorium. Nur so werde man es langfristig schaffen, klassische Frauenberufe in Erziehung und Pflege gesellschaftlich und finanziell aufzuwerten und die Teilzeitarbeit als Karriereknick Nummer 1 zu bekämpfen.

Untersuchungen hätten ergeben, dass berufliches Fortkommen zu zehn Prozent von Wissen und Fachkompetenz, zu 30 Prozent von Selbstdarstellung und zu 60 Prozent von Beziehungen abhängig sei. Das seien, gerade für Frauen, "alarmierende Zahlen", sagte Michaela Frauendorfer.

Enorm wichtig sei es, dass Frauen noch bewusster die Karrieren ihrer Geschlechtsgenossinnen unterstützen - und dass in der Politik Frauen auch Frauen wählen. Was stecke dahinter, dass es noch nicht so ist - "Stutenbissigkeit oder Angst vor weiblicher Konkurrenz?", fragte die Referentin provokativ.

Tipp: Nicht kleinmachen


Einen weiteren "typisch weiblichen Fehler" beheben möchte die FU-Kreisvorsitzende: "Streichen sie Wörter wie ,eigentlich', ,eventuell', ,vielleicht' oder ,ich meine ja nur' aus Ihrem Vokabular", empfahl sie ihren Zuhörerinnen: "Kommunizieren Sie sachlich und selbstbewusst, stellen Sie Forderungen, die mit guten Argumenten untermauert sind." Auch die Körpersprache sei bedeutend: Sich nicht klein machen, feste Stimme und Blickkontakt, aufrechte Haltung, sichere Gestik und sagen, was man möchte - das gelte auch und vor allem für Frauen in der Politik.
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