Gemeinde bekommt ein Bürgerbüro
Das Ende des Ämter-Slaloms

Intern ist die Neustrukturierung im Kümmersbrucker Rathaus schon umgesetzt, jetzt muss noch umgebaut werden: Hinter den beiden neuen Teamleiterinnen Sarah Heuberger (links) und Christiane Purschke (rechts) sowie Bürgermeister Roland Strehl soll das neue Bürgerbüro entstehen. Bild: Hartl
Politik
Kümmersbruck
20.02.2016
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"Der Bürger soll durch eine einzige Tür gehen, am besten durch eine Glastür, und barrierefrei" - danach sollen zumindest 90 Prozent aller Anliegen erledigt sein: So hätte es Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl gern in seinem Rathaus.

Möglichst schnell und vor allem einfach erledigen, was den Bürger bewegt - ohne ihn dazu von einer Dienststelle zur anderen zu schicken: Das ist ein Ziel der laufenden Umstrukturierung in der Kümmersbrucker Verwaltung.

Ziel: Mehr Effizienz


Grundlage für die Neuorganisation sei eine Studie der Bayerischen Akademie für Verwaltungsmanagement, erklärt Bürgermeister Strehl im Gespräch mit der AZ. "Die hat Ergebnisse geliefert, die man umsetzen kann." Die Verwaltung soll dadurch effizienter werden, die anfallende Arbeit dazu gerechter verteilt werden.

Dabei soll nach Strehls Wunsch auch ein Bürgerbüro entstehen, in dem die Kümmersbrucker den Großteil ihrer Anliegen über einen einzigen Ansprechpartner erledigen können. Dafür wird eines von zwei neuen Verwaltungsteams unter Leitung von Christiane Purschke sorgen. Sie war bisher Leiterin des Standesamts sowie zuständig fürs Personal und erweitert diesen Aufgabenbereich nun um die Teamleitung.

Bislang seien die Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung oft "zu stark gesplittet". Strehl will deshalb eine neue, zentrale Anlaufstelle gleich im Erdgeschoss, im Bereich des Einwohnermeldeamts. Kleine Umbauten in diesem Bereich sollen das Bürgerbüro mit eigenem Wartebereich noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden lassen.

Intern sei ein großer Brocken der Umstrukturierung das Liegenschaftsmanagement, das zweite neue Team (Liegenschaften und Abgaben/Gebühren) im Rathaus, das Sarah Heuberger leiten wird. Für die Gemeinde-Einrichtungen sind laut Strehl bislang verschiedene Stellen zuständig. Künftig soll alles zentral von einem Team bearbeitet werden. Auch beim Thema Gebühren und Abgaben will Strehl solch eine Bündelung der Kräfte. Der Bauhof, bisher dem Bauamt untergeordnet, soll ein eigenes Sachgebiet werden, dabei aber wie bisher Bernhard Kodalle unterstehen, der zum 1. Januar eigenständiger Leiter dieser Einrichtung wurde.

Sogar Personalplus


Anfängliche Bedenken einiger Mitarbeiter, eine solche Umstrukturierung könnte am Ende Personal kosten, sind laut Strehl unbegründet. Ganz im Gegenteil: Die Neuordnung bedeute unterm Strich eineinhalb Stellen mehr. Weil die Mitarbeiter von Anfang an eingebunden gewesen seien, habe die Neuordnung auch "einen Riesenmotivationsschub" ausgelöst: "Ich kann meine Leute da nur loben, dass sie da so mitgegangen sind", freut sich Strehl.

Inzwischen sind die neuen Strukturen intern bereits angelegt. "Nur baulich sind sie noch nicht umgesetzt", sagt Strehl. Dieser Schritt soll nun folgen, er werde aber wohl eher in der zweiten Jahreshälfte vollzogen. Das liege unter anderem daran, dass im baulichen Teil auch Themen wie die Kassensicherheit und Barrierefreiheit zu berücksichtigen seien.

Im Haushalt, der Anfang April zur Debatte steht, seien dafür bereits 70 000 Euro eingestellt. Dazu kommen dann noch neue Möbel, so dass Strehl insgesamt mit Kosten von etwa 100 000 Euro rechnet.
Bislang sind die Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung oft zu stark gesplittetBürgermeister Roland Strehl
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