Hinter den Kulissen der Kläranlage
Gut angelegtes Geld

Dem Kümmersbrucker Bürgermeister Roland Strehl (am Pult), zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes zur Abwasserbeseitigung, oblag es, die Ehrengäste zum 25-jährigen Bestehen der Kläranlage zu begrüßen.
Politik
Kümmersbruck
26.09.2016
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Schon eine imposante Erscheinung - die beiden Faultürme der Kläranlage bei Theuern. Bilder: e (2)

"Wichtiger Bestandteil unserer Infrastruktur" und das wichtigste Element "unserer Umweltpolitik überhaupt" - so umfassend jedenfalls sieht Zweckverbandsvorsitzender Roland Strehl die Verbandskläranlage Theuern. Sie präsentierte sich mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit.

Thuern. (e) Die Verantwortlichen klärten auf, was mit einer Verbandskläranlage (Mitglieder Amberg, Kümmersbruck, Freudenberg) so verbunden ist, von der nur die zwei Faultürme im Vorbeifahren zu sehen sind. Recht viel mehr erschließt sich dem flüchtigen Betrachter nicht. Gut 500 waren es dann am Samstagnachmittag, die sich für das Innenleben der Kläranlage interessierten und die Geschäftsleiter Norbert Füger begrüßen durfte.

Gewaltige Anlage


Und die überwältigende Mehrheit war überrascht, um nicht zu sagen hatte keine Vorstellung, welch riesiger Aufwand, sowohl personell als auch maschinell und technisch zum Betrieb einer solch gewaltigen Anlage erforderlich ist. Einlauf- und Schneckenhebewerk, Sand- und Fettfang, Belebungs- oder Nachklärbecken, Faulschlammspeicher beispielsweise waren für viele bisher "böhmische Dörfer" und sind neben Betriebs- und Maschinenhäusern, Werkstätten und Blockheizkraftwerken, eigenem Labor und Schaltwarte fundamentale Bestandteile.

Dabei gehören zu den Anlagen des Zweckverbandes der Stadt Amberg und der Gemeinde Kümmersbruck auch der Krumbach- und Vilstalsammler mit rund 18 Kilometern Länge sowie 21 Regenüberlaufbecken. Das Abwasser von rund 180 000 Einwohnern wird gereinigt. Täglich fallen rund 30 000 Kubikmeter verschmutzte Abwässer an. Das alles haben die Besucher kompetent, fachkundig und umfassend über "ihre" Anlage erfahren können.

Ja, "ihre Anlage", betonte Kümmersbrucks Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl explizit, denn "die Anlage wurde vor 25 Jahren mit ihren Gebühren gebaut - für insgesamt rund 100 Millionen D-Mark - betrieben und saniert". Und weitere fünf Millionen Euro werden in den nächsten Jahren investiert werden müssen. Rund 1,60 Euro pro Kubikmeter hätten die Bürger seiner Gemeinde entrichtet - gut angelegtes Geld, denn man wisse um die Bedeutung sauberen Wassers.

Eindeutige Verbesserung


Die Fragen rund ums Abwasser seien von den beteiligten Kommunen vor 25 Jahren mutig angegangen worden. Die gemeinsame Kläranlage liefere auch heute noch die richtige Antwort darauf. Den Beweis trat zum Start in den Tag der offenen Tür Dr. Hans Weiß vom Wasserwirtschaftsamt Weiden an. Er brachte eine Gewässergütekarte der Vils von 1971 mit und von 1995: Da war klar zu erkennen, dass sich unterhalb Ambergs eine eindeutige Verbesserung dank der Kläranlage Theuern ergeben hat.

Für Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny sind die 25 Jahre Verbandskläranlage "eine einzige Erfolgsgeschichte für die Entwicklung der gesamten Region". Er mahnte aber auch an, dass "die Entwässerung und Kanalisation kein alternativer Weg der Müllentsorgung ist". 250 Euro "für eine Brotzeit" hatte Cerny für die Belegschaft dabei.

Viele Mandatsträger, Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger und Kümmersbrucks Alt-Bürgermeister Richard Gaßner seien stellvertretend genannt, ehemalige und aktive Verbandsräte, hatten sich zum Start um 10 Uhr im Festzelt zur schmissigen Musik der Knappschaftskapelle Amberg eingefunden. Den ganzen Tag über war die Verbandskläranlage sozusagen Ausflugsziel.
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