In Kümmersbruck läuft Forschungsprojekt zur Männergesundheit
Devise heißt: Runter vom Sofa!

Dr. Helmut Strobl, Prof. Julika Loss und Berit Warrelmann (von links), die Verantwortlichen des Forschungsprojekts, stellten das Programm "Action for men" im Kümmersbrucker Gemeinderat vor. Bild: e
Politik
Kümmersbruck
03.03.2016
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"Männer sind furchtbar stark, Männer können alles, Männer kriegen 'nen Herzinfarkt", röhrt Herbert Grönemeyer. Vielleicht können sie den Herzinfarkt aber auch vermeiden - wenn sie sich beteiligen an der "Action for men".

Diese Aktion wird von den Universitäten Bayreuth und Regensburg projektiert und wurde jetzt im Gemeinderat vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, auch in Männer ab 50 Jahren dazu zu bewegen, sich an Angeboten zur körperlich-sportlichen Aktivität zu beteiligen. Das tun nämlich bislang zu wenige, so die Erkenntnis der Verantwortlichen.

Deshalb sollen neue Bewegungsangebote etabliert werden, die speziell diese Zielgruppe ansprechen. Denkbar wäre es auch, "Männer 50+" einfach zu mehr Alltagsaktivität zu motivieren, Unternehmen bewegungsfreundlich zu gestalten oder die Bewegungs-Infrastruktur attraktiver zu machen.

"Es geht vorrangig um Männer über 50, die keinen Sport machen", brachte es Bürgermeister Roland Strehl auf den Punkt. Prof. Julika Loss (medizinische Soziologie der Universität Regensburg), Dr. Helmut Strobl (Institut für Sportwissenschaft der Uni Bayreuth) und Berit Warrelmann (medizinische Soziologie Uni Regensburg) informierten über das Forschungsprojekt "Action for men".

habe man ausgewählt, weil hier bereits "eine entsprechende, bewegungsfreundliche Infrastruktur besteht", sagte Prof. Loss. Berit Warrelmann betonte, regelmäßige sportliche Aktivität sei wichtig, um lebensstil-bedingten chronischen Erkrankungen vorzubeugen - zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ II. Bei Männern lasse die Aktivität mit zunehmendem Alter stark nach. Insbesondere die über 50-Jährigen erreichten häufig nicht das notwendige Aktivitätsniveau, um gesundheitlich davon zu profitieren. Bestehende Angebote für das Alter 50+ sprächen derzeit eher Frauen an. Warum sie bei Männern nicht ankommen? Auch das soll die Studie klären.

"Das Vorhaben passt gut zu Kümmersbruck", sagte Bürgermeister Roland Strehl. Auch der Gemeinderat steht dem Projekt positiv gegenüber.

Ohne Obergrenze"Wir setzen in Sachen Alter bewusst keine Obergrenze", sagte Prof. Julika Loss auf die Frage von Werner Cermak, wo denn die Grenze von 50 plus sein solle.

"Die Funktionsträger im Gemeinderat sollten sich zu allererst daran beteiligen", appellierte Veronika Frenzel. Die Mitgliederzahl des Arbeitskreises sei nicht festgelegt, erklärte Loss auf Nachfrage von Birgit Singer-Grimm. Alois Schwanzl glaubt aus eigener Erfahrung, dass Bedarf für ein solches Angebot 50+ besteht.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Studie und der Langzeitwirkung erkundigte sich Richard Gaßner. Ein moderierter Arbeitskreis, das sollen Schlüsselpersonen aus der Gemeinde sein - zum Beispiel Vertreter von Sportvereinen, Gesundheitsexperten, Seniorenvertreter, Leiter ortsansässiger Unternehmen - soll spezifische Angebote für körperlich inaktive Männer entwickeln und umsetzen. (e)


Eckdaten des Forschungsprojekts "Action for men"In Kümmersbruck vom neuen Gesundheits-Projekt angesprochen fühlen dürfen sich exakt 2046 Männer (Jahrgang 1965 und älter) - rund ein Fünftel der Bevölkerung. Wie Prof. Julika Loss erklärte, sollen Interessierte aus der Gemeinde motiviert werden, in einem vom Projektteam moderierten Arbeitskreis spezielle Angebote für körperlich inaktive Männer zu entwickeln und dann auch umzusetzen. Diese Personen könnten laut Projektteam die Vertreter von Sportvereinen, Gesundheitsexperten, Seniorenvertreter oder ortsansässige Unternehmen sein. Geplant sei, dass sich der Arbeitskreis ab April etwa monatlich trifft - über ein Jahr.

Über Brief-Fragebogen und Interviews soll erhoben werden, welche Bedürfnisse und Barrieren für körperlich-sportliche Aktivität bei der Zielgruppe bestehen. Die Initiierung, Organisation und Betreuung dieses Arbeitskreises werde vollständig durch Mitarbeiter des Forschungsprojekts übernommen, erläuterte Dr. Helmut Strobl. Die entstehenden Kosten würden über das Projekt getragen, das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung gefördert wird.

Die Aktion könne in Kümmersbruck angesichts eines großen Freizeitangebots ohne weiteres durchgesetzt werden. Die Gründung eines Arbeitskreises ist für Montag, 18. April, geplant. Das Projekt hat eine Gesamtlaufzeit von drei Jahren. In Sulzbach-Rosenberg existiert es bereits seit vergangenem Sommer: Nur diese beiden ostbayerischen Kommunen, Sulzbach-Rosenberg und Kümmersbruck, wurden für dieses Projekt ausgewählt. (e)
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