Landwirt bittet um Hilfe:
Parkender Nachbar blockiert Hof-Zufahrt

Politik
Kümmersbruck
20.02.2016
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Moos. Die Fahrzeuge, die man in der Landwirtschaft braucht, wurden im Lauf der Zeit immer größer. Damit wird es ein bisschen eng in der Kapellenstraße in Moos. Dabei wäre diese als Zufahrt zu einem Hof breit genug - wenn einer der Nachbarn ein wenig guten Willen zeigen würde. Um den will ihn nun die Gemeinde schriftlich bitten - auch mit einem dezenten Hinweis darauf, dass er dazu sogar verpflichtet ist.

Eng, aber breit genug


Der betroffene Landwirt hatte sich an die Gemeinde gewandt - damit landete das Thema nun im Bauausschuss: Offenbar parkt speziell einer der Nachbarn sein Auto so auf der Kapellenstraße, dass dies große Probleme bei der Abholung und Anlieferung für den Viehzuchtbetrieb verursacht. Deshalb hat der Landwirt dort ein Parkverbot beantragt und darum gebeten, dass die Gemeinde Grund erwirbt, um eine weitere Zufahrt zu schaffen. Vertreter der Gemeinde haben sich die Situation in der vergangenen Woche angeschaut. Fazit: "Der Hof ist erschlossen, man kann hinfahren, sogar von zwei Seiten", wie Bürgermeister Roland Strehl im Ausschuss berichtete. Eine weitere Zufahrt sei damit nicht erforderlich, betonte Bauamtsleiter Werner Bauriedl - zumindest nicht auf Gemeindekosten. Wenn der Landwirt sie haben wolle, könne er sie auf eigene Kosten über eigenen Grund schaffen. Das gewünschte Parkverbot lehnen sowohl Gemeinde als auch Polizei ab.

"Das ist schon eine enge Kiste", räumte Bürgermeister Strehl ein - "aber wenn man da vernünftig parkt", also ganz nah am Straßenrand, "dann bleiben gut drei Meter Platz": völlig ausreichend, auch für große landwirtschaftliche Fahrzeuge. Strehl schlug vor, die Nachbarn in einem Brief darum zu bitten, "dass sie so parken, dass die Zufahrt frei bleibt". Gemeinderat Herbert Breitkopf (SPD) hielt das für eine gute Idee: "Wir sollten versuchen, Abhilfe zu schaffen über den Kontakt mit den Anwohnern." Einen Grunderwerb für eine weitere Zufahrt auf Kosten der Steuerzahler lehnte er ab. "Das können wir nicht machen."

Was ist, wenn es brennt?


Vom betroffenen Landwirt erfuhren die Räte in der Sitzung, dass es eigentlich nur eine Familie sei, die die Probleme verursache. Auf die habe er schon "mit Engelszungen eingeredet, dass sie ihr Auto da nicht so hinstellen. Aber das hat nicht gefruchtet." Dabei sei es nicht nur ärgerlich, wenn seine eigenen Maschinen oder Liefer-Lkw nicht durchkämen: "Sollte bei uns ein Brand sein", habe die Feuerwehr keine Chance.

Selbst eine weitere Zufahrt zum Hof schaffen könne er nicht, sagte der Landwirt: Das Stück Grund, das er dazu bräuchte, "gehört uns nicht. Da sind wir seit 20 Jahren in Grundstückverhandlungen: erfolglos." Das mit der Feuerwehr-Zufahrt wollte Strehl genau wissen - und erkundigte sich deshalb bei seinem 3. Bürgermeister Hubert Blödt, als Kreisbrandinspektor ein Fachmann. Seine Erkenntnis: "Wenn da vernünftig geparkt wird, ist es kein Problem für die Feuerwehr."

Ein Parkverbot wolle man hier nicht, die Straße sei ja "an sich breit genug", meinte Strehl, und Parken im Wohngebiet sei auch erwünscht. Ronny Gäßner vom Bauamt hatte noch ein Argument: "Wenn wir da auf einer Seite ein Parkverbot aussprechen, parken sie auf der anderen Seite." Von der Polizei gebe es die klare Auskunft, es sei verboten, so zu parken, dass nicht wenigstens drei Meter Straße frei bleiben: "Dann gibt es einen Strafzettel." Damit war die Sache für Johann Graf (CSU) klar: "Wenn's nicht anders geht, muss man halt die Polizei rufen." Damit das nicht nötig wird, will nun die Gemeinde vermitteln. "Wir werden den Anwohner anschreiben und versuchen, für Vernunft zu sorgen", kündigte Bürgermeister Strehl an.
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