Neujahrsempfang Kümmersbruck
Mit Soldaten verbunden

Politik
Kümmersbruck
22.01.2016
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Oberstleutnant Matthias Kampf.

Es sei derzeit nicht einfach, die sicherheitspolitische Entwicklung in der Welt "und insbesondere deren Auswirkungen auf die Bundeswehr" in wenigen Worten auszudrücken: Das räumte Kommandeur Oberstleutnant Matthias Kampf beim Neujahrsempfang der Gemeinde Kümmersbruck und des Logistikbataillons 472 ein.

Diese "sicherheitspolitische Informationsveranstaltung" ist ein gemeinsamer Empfang, der nach den Worten von Bürgermeister Roland Strehl "ein Symbol ist, wenn auch ein außergewöhnliches und herausgehobenes, für den engen Schulterschluss zwischen dem Logistikbataillon 472 und seiner Garnisons-Gemeinde".

Die Soldaten sollten spüren, dass sie sich "als echte Mitglieder der Gemeindefamilie besonderer Zuneigung sicher sein dürfen - gerade in Zeiten, in denen sich die Bedrohungslage und damit ihr Auftrag drastisch verändert haben." Mit dem Bürgermeister waren rund 250 Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, darunter auch eine Abordnung der "amerikanischen Freunde aus Hohenfels", erschienen. Der große Speisesaal der Schweppermannkaserne war zum Auditorium umfunktioniert. Für Strehl und seinen "Bundeswehrkameraden" Landrat Richard Reisinger ein geschichtsträchtiger Platz: "Mit ihm durfte ich in den 80er-Jahren hier schon den einen oder anderen Eintopf genießen."

Diesmal freilich war das Büfett reichlicher bestückt - und damit beste Grundlage für "nette Gespräche bei Speis und Trank", wie Matthias Kampf wünschte. Begonnen hatte der Abend, begleitet vom Musikverein Haselmühl-Kümmersbruck unter Marcus Hoffmann mit dem üblichen Defilee, bei dem Bürgermeister und Kommandeur ihre Gäste persönlich begrüßten - unter ihnen Brigadegeneral André Bodemann, Oberst Ernst Wawra, der Präsident des Amberger Landgerichts, Harald Riedl, Landtagsabgeordneter Harald Schwartz sowie elf Bürgermeister aus dem Landkreis.

Roland Strehl reflektierte ein "spannendes, alles andere als gewöhnliches und für die Entwicklung der Gemeinde unterm Strich erfolgreiches Jahr 2015". Senioren, demografische Entwicklung, zukunftsweisende Planungen, engagierte Bürger: Strehl zeichnete das Bild einer florierenden Gemeinde. Er verwies auch auf die hier "dezentral untergebrachten 67 Flüchtlinge, vorwiegend aus Syrien, Irak und dem Iran: Bisher gab es - weder hinsichtlich der Unterbringung noch des Verhaltens - so gut wie keine Probleme."

Auf die Leistungen und künftige Aufgabe seiner Soldaten ging Oberstleutnant Kampf ein. Einsätze in Afghanistan, im Kosovo, Irak oder in Mali hätten gezeigt, dass es Anstrengungen auf vielen Gebieten und einen langen Atem brauche, um nicht vorhandenen oder schwachen staatlichen Strukturen einen Ansatz von Stabilität zu geben.

Zitate"Auch in der Gemeindepolitik ist die Skepsis und das Misstrauen gegenüber öffentlichen Vorhaben ständiger Begleiter in den Gesprächen mit den Bürgern. Und diese Tendenz ist leider stark zunehmend."

"Der schönste Moment für mich war zweifellos am Abend des 26. September, an dem ich in voller Montur und sozusagen stellvertretend für die ganze Gemeinde baden gegangen bin - bei der Einweihung des sanierten Aktivbads KA 2."

"Erfreulich waren beim Thema demografische Entwicklung die Geburtenzahlen. Mit 94 Neubürgern scheint sich eine schon im Jahr 2014 abzeichnende Trendwende zu mehr Kindern verfestigt zu haben."

Bürgermeister Roland Strehl

"Nunmehr stehen wir vor der Herausforderung, dass wir mit der Ukraine-Krise erneut lernen mussten, dass eine alleinige Konzentration und Ausrichtung auf Stabilisierungs-Operationen hinreichend ist, um allen wahrscheinlichen Bedrohungen zu begegnen."

"Ohne jeden Zweifel für mich werden die Soldaten des Logistikbataillons auch in den bevorstehenden Einsätzen unter Beweis stellen, was sie können - und hierauf können sie mit Recht stolz sein."

"Nun gilt es, sich auf die konkrete Einsatzvorbereitung für das zweite Halbjahr zu konzentrieren. Diese Einsätze werden die Kümmersbrucker Logistiker nach jetzigem Stand nach Mali, Afghanistan, Kosovo, Irak und Somalia führen."

"Der Gemeinde Kümmersbruck, allen voran Roland Strehl, danke ich für den Rückhalt, den ihr den Soldaten in allen Lebenslagen bietet. Ohne diese wären die geschilderten Belastungen für die Familien oftmals nicht oder nur schwer tragbar. Gleiches gilt unvermindert in Richtung der Bürgermeister der Patengemeinden der Kompanien."

Oberstleutnant Matthias Kampf (e)
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