650 Jahre Köfering
Ein Dorf im Ausnahmezustand

Ein seltenes Bild vom Köferinger Dorfplatz: Am Samstagabend feierten viele Gäste das 650-jährige Bestehen der Ortschaft. Der Heimat- und Kulturverein hatte ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Bilder: brü (5)
Vermischtes
Kümmersbruck
05.06.2016
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Wie wär's mal mit einem selbst gemachten Parfüm? Hier kein Problem.

Acht Plätze, acht Musikgruppen, 60 Aussteller. Mit dem historischen Markt entlang der Haager Straße hat die dreitägige 650-Jahr-Feier in Köfering am Sonntagnachmittag einen erlebnisreichen Abschluss gefunden.

Köfering. Bereits zu den Mittagsstunden hatten sich Hunderte Besucher zum Spanferkelessen eingefunden, ließen sich das selbst gebackene Brot aus dem, am vergangenen Freitag eingeweihten, Backofen in der Dorfmitte (wir berichteten) schmecken. Ab 13 Uhr gab es dann viel zu erleben.

Einblicke ins Mittelalter


Mit Begrüßung durch die Böllerschützen startete der Einzug zahlreicher Vereine, der Schausteller und offiziellen Gäste zur Eröffnung Eröffnung des Marktes. Historische Gruppen wie die Fahnenschwinger aus Gebenbach, der Freundeskreis König Ruprecht, die Tanzgruppe Ammenberg, die Schweppermänner aus Kastl und der Historische Verein aus Ebermannsdorf boten eindrucksvolle Einblicke in die Zeiten des Mittelalters. Auf den Höfen der Familien Zimmerhans, Baler, Luber, Schneinder, Fuaßbauer, Woagner und Mirtlbauer sowie auf dem Dorfplatz sowie in der Haager Strasse hatten die Teilnehmer dabei ihre Stände aufgebaut.

Die Kunst Hunderter Jahre alten Handwerks wurden gezeigt, wobei dies bis zur heutigen Zeit teils Bestand hat. Hufschmied, Sattler und Drechsler vollzogen ihr Handwerk mit historischen Handwerkszeug. Beim Scherenschleifer Klaus stand man Schlange, um Messer und Scheren einen neuen Schliff zu verleihen. Aber auch die Landmaschinenausstellung bot von historischen Zugmaschinen bis hin zu aktuellen straßenfüllenden Gespannen einen interessanten Einblick.

Alpakas streicheln


Aber auch für die Kinder hatte der HKV Köfering einiges vorbereitet, so dass der Nachmittag für viele zu einem gemeinsamen Familienausflug wurde. Auf der Hüpfburg tummelten sich die Kinder, Natursteinbasteln war angesagt, Schafe und Alpakas standen bereit, um sich streicheln zu lassen. Aber auch das Ponyreiten, Ausfahrten mit der Kutsche und der Gaukler Sepp sorgten für Unterhaltung.

Die Allerscheynst'n, D' Spalter, Bifi und Josef Zweck, Bernd von Ammenberg, Salleröder Buam, D'Hopfnzupfer, Weissblaue Buam und Tschucki Tschucki spielten auf den Plätzen.

Großes Open Air auf dem Dorfplatz mit Bands


Nicht nur am Sonntag lag in Köfering Musik in der Luft. Bereits am Samstagabend hatte der Heimat- und Kulturverein Köfering zum großen Open Air auf den Dorfplatz eingeladen.

Mit von der Partie waren die drei regionalen Musikgrößen, die nicht nur mit ihren Namen für absolute Feier- und Partylaune stehen. Murphys Gang oblag es, die ersten Takte zu übernehmen und die Stimmung anzuheizen. Gut eine Stunde coverten sie unter viel Beifall Stücke der Spider Murphy Gang rauf und runter. Jonny Gold im Anschluss tat das, was er am besten kann - vor allem bei den Damen direkt vor der Bühne: Er sorgte mit buntem Schlagermix und seiner Erscheinung für Begeisterung. Abschließender Höhepunkt waren dann die Funky Blues Rabbits, erstmals im Landkreis mit neuer Besetzung an den Drums in Person von "Matt Eagle" und aktualisiertem Programm auf der Bühne. Sie rockten beinahe über die Sperrstunde hinaus. Und dies trotz des zeitweise einsetzenden Regens.

B.B. Bobsn (Markus Stang) konnte sich auf der Bühne über so viel positive Resonanz gar nicht genug freuen: "Köfering! Ihr seid die geilsten! Wir brauchen kein Zelt für eine so geile Stimmung", gab es an die trotz Regens verbliebenen Hunderten Besucher als Seitenhieb auf die parallel verlaufende Kümmersbrucker Kirwa.

Was sagen die Veranstalter?Josef Vogl, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Köfering: "Kein Kommentar. Ich kann das gerade nicht in Wort fassen, was hier die letzten Tage passiert ist. Wahnsinn, so viele Leute. Und auch das Wetter hat bis auf Samstagnacht gehalten.

Ich denke gerade, all die Mühen, die Vorbereitungen, die Arbeiten an den letzten drei Tagen, das hat sich wirklich gelohnt. Auf dieses Fest kann der HKV mit Stolz zurückblicken. Dabei gilt mein Dank allen, die hier mitgeholfen haben. Man sieht, Köfering ist eine Gemeinschaft, auf die man Stolz sein kann."

Roland Strehl, Bürgermeister: "Was soll man sagen? Was der Heimat- und Kulturverein hier an allen drei Tagen auf die Beine gestellt hat, ist einfach unbeschreiblich. Vom Ablauf, von der Organisation, dem Zuspruch der Gäste und dem genial grandiosen Programm. Zum Jubiläum hat man sich hier ein Denkmal, einen Meilenstein gesetzt, den es in dieser Art in der Gemeinde selten gegeben hat. Und darüber bin ich sehr, sehr stolz. Und Dank an alle, die mitgeholfen haben, auch an Petrus." (brü)
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