Appell des Logistikbataillons 472 in Kümmersbruck
Respekt für ein forderndes Jahr

Einen besonderen Akzent setzte beim Bundeswehr-Appell in Kümmersbruck die Verabschiedung von Oberstabsfeldwebel Klaus Stellmann in den Ruhestand: Als Angehöriger der Luftwaffe trat er seine letzte "Dienstreise" im Cockpit eines Tornado-Flugzeugs an. Bild: hbe
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Kümmersbruck
15.12.2015
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Oberstleutnant Matthias Kampf (am Rednerpult), der Kommandeur des Logistikbataillons 472 aus der Schweppermannkaserne, blickte beim Appell in Kümmersbruck auf ein forderndes Jahr zurück. Bild: e

Der Jahresabschlussappell des Logistikbataillons 472 war geprägt von vielen Ehrungen - erstmals wurde auch ein US-Soldat ausgezeichnet. Die Zeremonie fand am Festplatz Am Wäldchen statt: Zivile und militärische Gemeinde bekundeten damit ihre enge Verbundenheit.

Kümmrsbruck. (e) Soldaten, Reservisten, Angehörige des Bataillons, die Vertreter der Garnisonsgemeinde und erstmals auch Vertreter der US Army traten zu diesem Appell an. Die er Logistiker feierten, zum vierten Mal in dieser Form, bei Fackelschein im offenen Karree zur abendlichen Stunde. Ihr Kommandeur, Oberstleutnant Matthias Kampf, blickte dabei zurück auf ein "anstrengendes und herausforderndes Jahr."

Kleine und große Opfer


Für soldatisches Engagement, für die "kleinen und großen Opfer sowie die Entbehrungen" dankte der Bataillons-Chef. Er tat dies nicht in der umfriedeten Kaserne, sondern öffentlich, mitten in der Garnisonsgemeinde. Diese vertrat Bürgermeister Roland Strehl, der deren Verbundenheit "mit ihren Logistikern" betonte. Der Jahresappell setzte in Strehls Augen einen "Schlusspunkt hinter ein für uns alle so spannendes Jahr". "Großen Respekt" zollte der Bürgermeister dem Bataillon angesichts einer organisatorischen "Meisterleistung".

Gemeint war die vom Kommandeur erwähnte Transportübung, bei der deutsche und ungarische Soldaten die Zusammenarbeit trainierten oder im zweiten Halbjahr die alles überragende Nato-Übung Trident Juncture in Spanien und Portugal. Herausragende Leistungen habe das Bataillon gezeigt und bei den Verbündeten einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Schließlich sei auch der vier Tage lange Rückmarsch über fast 2000 Kilometer eine beachtliche Leistung gewesen.

Die Soldaten, die seit Monaten zur Unterstützung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgestellt seien, schloss der Kommandeur in seinen Dank ein. Kampf erinnerte auch an die umfangreichen Vorbereitungen zu den Übungen, und neben diesem an die Modellausbildung für die "Ersthelfer Bravo". Diese Sanitäter seien nicht nur in der Bundeswehr, sondern auch bei der Bundespolizei und den amerikanischen Verbündeten vom Konzept her als derart herausragend beurteilt worden, dass diese Ausbildung als fester Lehrgang bei den US-Streitkräften etabliert wurde.

Verbunden mit dem Quartalsappell war die Verleihung von Auszeichnungen an einige Soldaten. Dabei wurde auch erstmals ein Amerikaner, Staff Sergeant Wayne Souza, durch das Joint Multinational Readiness Center (JMRC) Hohenfels und hier insbesondere durch das Team des Falcon Observer Coach Trainer (OCT) belobigt. Außerdem hob Kommandeur Matthias Kampf die Leistungen von Major Marco Pilhofer (Deutscher Verbindungsoffizier), Hauptmann Daniel Augsten (Pressearbeit) und Hauptfeldwebel Roland Pickelmann (Transportzugführer) hervor. Diese hätten es verstanden, den nicht immer einfachen Umgang mit der Guardia Civil und den spanischen Feldjägern zu meistern.

Stollen und Glühwein


Auf alle beförderten, ausgezeichneten und verabschiedeten Soldaten (Blickpunkt) war ein donnerndes Horrido zu hören. Zum Schluss lud der stellvertretende Bataillonskommandeur Tino Möller zu Glühwein und Christstollen ein.

Im BlickpunktDie zehnwöchige Teilnahme an der Nato-Übung Trident Juncture, dem größten Manöver seit zehn Jahren mit über 35 000 Mann, stand beim Rückblick von Oberstleutnant Matthias Kampf, dem Kommandeur des Logistikbataillons 472, im Fokus. Er betonte, "dass wir mit den Fähigkeiten und Fertigkeiten, die wir dort aufgefahren hatten, einen tiefen und bleibenden Eindruck bei unseren Verbündeten hinterlassen haben". Dies sei aus seiner Sicht wesentlich wichtiger als Leistungsdaten.

"Wir haben mit unseren Transportfahrzeugen in diesen wenigen Wochen über 320 000 Kilometer zurückgelegt und dabei über 8500 Tonnen transportiert." Darüber hinaus transportierte das Logistikbataillon 472 knapp 600 Kubikmeter Diesel. In der Instandsetzung wurden fast 4000 Meisterstunden geleistet und Ersatzteile im Wert von über 680 000 Euro verbaut. Kampf nannte dies eine "herausragende Leistung aller Soldaten" und gewährte ihnen dafür einen Tag Sonderurlaub.

Ausgezeichnet/befördert wurden beim Appell: Hauptmann d. R. Eric Giefer (Beförderung zum Major der Reserve), Major Marco Pilhofer (Auszeichnung Ehrenkreuz), Oberstabsfeldwebel Michael Weiherer und Staff Sergeant Wayne Souza (Ehrenmedaille); Major Marco Pilhofer, Hauptmann Daniel Augsten und Hauptfeldwebel Roland Pickelmann (förmliche Anerkennung); Oberstleutnant d.R. Dr. Michael Au (Ehrennadel mit Kranz), Hauptmann Michael Seidler und Oberstabsfeldwebel Klaus Stellmann (Ehrennadel). (e)
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